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Rubrik: Szene

Wegen der Walmassaker: Kreuzfahrtschiffe boykottieren Färöer-Inseln

Freitag, 14. August 2015, 09:36

AIDA und HapagLloyd stoppen wegen des anhaltenden Walfangs Anlandungen auf den Färöer-Inseln. Mit ein Grund für diesen Boykott sind auch neue, verschärfte Gesetze auf den Inseln, die bei Strafandrohung jeden verpflichten, Walsichtungen den Behörden zu melden

Abgeschlachtete Grindwale Abgeschlachtete Grindwale

Nach der grausamen Schlachtung: die Fischer in einem Meer aus Blut, Screenshot: YouTube, Sea Shepherd

In einer Pressemitteilung der Regierung der Färöer-Inseln, die im The Arctic Journal veröffentlicht ist, wird deutlich, was und wer eigentlich gemeint ist. Die Gesetze richten sich eindeutig gegen Aktivisten und Walschützer, die passiv oder aktiv in die Walfangpraxis eingreifen. Erste Opfer der neuen Gesetzte aus dem Juni 2015 sind Aktivisten von Sea Shepherd und die Organisation Sea Shepherd selbst, die jetzt von einem dänischen Gericht schuldig gesprochen wurden.

Fünf Sea-Shepherd-Aktivisten wurden des „Verbrechens“ für schuldig befunden, das Abschlachten von 250 Grindwalen an den Tötungsstränden Bøur und Tórshavn am 23. Juli 2015 gestört zu haben. Sie wurden zu Geldstrafen zwischen 670 und 4.790 Euro oder ersatzweiser Haft von bis zu 20 Tagen verurteilt. Die Organisation Sea Shepherd bekam wegen der Anstiftung der Störungen eine Geldstrafe in Höhe von 10.500 Euro aufgebrummt. Zudem beschlagnahmten die Behörden ein Tenderboot der Aktivisten.

Da die neuen Gesetze – die Meldepflicht bei Walsichtungen – auch Touristen betreffen könnten, machen die Kreuzfahrtveranstalter AIDA und HapagLloyd jetzt einen großen Bogen um die Färöer-Inseln. Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte die Veranstalter auf die neue Gesetzeslage hingewiesen und Konsequenzen angemahnt. Im Falle der genannten Kreuzfahrtveranstalter mit Erfolg. Wenig einsichtig zeigte sich hingegen TUI Cruises: Das Unternehmen hält gegenüber dem WDSF einen „Boykott grundsätzlich nicht für einen konstruktiven Ansatz“. Jetzt dreht der WDSF den Spieß um und ruft zum Boykott von TUI Cruises auf: „Die Entscheidung von AIDA und Hapag Lloyd ist vorbildlich und wird weltweit für positive Aufmerksamkeit sorgen. Das TUI Cruises-Statement ist ein Armutszeugnis. Jetzt gehört TUI Cruises auch boykottiert.“, so WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.

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