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Rubrik: Tauchmedizin

Zentrales Unfallregister für Tauchunfälle notwendig

Samstag, 31. Oktober 2009, 08:01

Zum Thema „Neue Erkenntnisse zu Notfällen unter Wasser" veranstaltete das Druckkammerzentrum Freiburg in der vergangenen Woche einen Workshop für Notärzte und im notärztlichen Bereich tätige Mediziner. Eines der Ergebnisse ist die Forderung nach einem zentralen Unfallregister

Behandlung in der Druckkammer, Foto: Druckkammerzentrum Freiburg

Behandlung in der Druckkammer, Foto: Druckkammerzentrum Freiburg

Tauchen wird immer ein interessanter Sport bleiben: die einmalige Unterwasserwelt, wunderschöne Korallenbänke und ein wenig Abenteuerlust, vielleicht etwas Neues zu entdecken, lassen den Kreis der Taucher stetig wachsen. Wenn das Wasser auch keine Balken hat, muss das Tauchen trotzdem keine unwägbaren Risiken bergen: Grundvoraussetzungen dafür sind der richtige Umgang und die Übung mit dem Tauchgerät sowie die für das Tauchen erforderliche gesundheitliche Fitness.

Taucher oft durch zunehmenden technischen Aufwand überfordert

Panik bei unvorhergesehenen oder nicht eingeübten Zwischenfällen, Verletzungen an scharfen Kanten oder ein an Land banaler Schnupfen können jedoch zu Gefahren für die Gesundheit führen. Der Arzt und Geschäftsführer der Tauchunfall-Assistance aqua med in Bremen, Marco Röschmann, berichtete anlässlich der Workshops für Notärzte und im notärztlichen Bereich tätige Mediziner in Freiburg über neue Erkenntnisse zu Notfällen unter Wasser. „Die Ursachen von Notfällen unter Wasser bleiben oft im Dunkeln. Wenn die einen tödlichen Tauchunfall untersuchende Staatsanwaltschaft keinen Anhalt für ein Fremdverschulden hat, werden keine weiteren Ermittlungen über die tatsächlichen Umstände der Erkrankung oder des Todes unter Wasser durchgeführt", bedauert Marco Röschmann.

Dr. Hellmuth Sümmerer, Leiter des Druckkammerzentrum Freiburg, Foto: Druckkammerzentrum Freiburg

Dr. Hellmuth Sümmerer, Leiter des Druckkammerzentrum Freiburg, Foto: Druckkammerzentrum Freiburg

Ärzten fällt auf, dass die Taucher zunehmend überfordert sind. „Der technische Aufwand, der getrieben wird, ist oft immens und wird nicht immer beherrscht. Selbst eine gründliche ärztliche Untersuchung vor dem Tauchen schließt nicht aus, dass der Taucher übergewichtig und schlecht trainiert ist. Hinzu kommen die ganz normalen gesundheitlichen Risiken, wie zum Beispiel ein plötzlicher Hustenreiz, ein Schnupfen oder gar eine Herzattacke", so Röschmann.

Die Tauchunfall-Assistance aqua med sichert beispielsweise die Betreuung von Tauchern rund um den Globus und übernimmt die notwendige ärztliche Behandlung einschließlich einer Druckkammertherapie bei Tauchunfällen. Marco Röschmann und Dr. Hellmuth Sümmerer, leitender Arzt am Druckkammerzentrum Freiburg, sind sich einig: „Neben einer leistungsfähigen Versicherung und einer guten Beratung bei Notfällen unter Wasser – etwa durch eine Hotline, die mit Tauchmedizinern besetzt ist – benötigen wir ein zentrales Unfallregister für Tauchunfälle." Und Sümmerer ergänzt: „Ich halte zwar von zusätzlichem Papierkrieg wenig, es ist aber dringend erforderlich, genaue Daten über Unfallursachen unter Wasser zu haben, um bessere Prävention betreiben zu können."

Auch banale Beschwerden nach dem Tauchgang ärztlich abklären lassen

Beide Ärzte weisen auf die Notwendigkeit einer zusätzlichen Versicherung für Tauchunfälle oder durch das Tauchen bedingte Erkrankungen hin. So ist in Deutschland die Tauchunfallbehandlung durch die international anerkannte Druckkammerbehandlung keinesfalls gesichert: Viele Druckkammern haben in den letzten Jahren ihren Betrieb eingestellt und die gesetzlichen Krankenkassen weigern sich, die ambulante Druckkammerbehandlung bei einem Tauchunfall zu übernehmen. Röschmann ergänzt: „aqua med ist aus der Not einer ungesicherten tauchunfallmedizinischen Versorgung heraus sogar bereit, eine neben der Krankenhausbehandlung notwendige Druckkammerbehandlung separat zu vergüten. Die Fallpauschale mit rund 600 Euro ist für eine adäquate Tauchunfallbehandlung absolut unzureichend und ich möchte vermeiden, dass Taucher aus finanziellen Gründen nicht die bestmögliche Versorgung bekommen." „Ich rate dem Taucher grundsätzlich, auch scheinbar banale Beschwerden, die nach dem Tauchen auftreten, tauchärztlich abklären zu lassen", so Röschmann.

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