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Rubrik: Umwelt

Zwölf Kubikmeter Störfleisch in Berlin beschlagnahmt

Freitag, 4. Juli 2014, 10:51

Ende Juni 2014 sind bei einer Kontrolle eines Berliner Gewerbebetriebs laut dem zuständigen Bezirksamt Mitte zwölf Kubikmeter Stör-Fleisch beschlagnahmt worden

Russischer Stör

Russischer Stör, Foto: © naturepl.com / Frei / ARCO / WWF-Canon

Grund für die Beschlagnahme seien fehlende Artenschutz-Nachweise. Die Naturschutzorganisation WWF lobte in einer Stellungnahme ausdrücklich die „offenbar effektiven Kontrollen“. Der aktuelle Fall zeige, dass internationale Handelsbeschränkungen zum Artenschutz keine stumpfen Alibi-Werkzeuge seien, wenn sie von den zuständigen Behörden wie etwa Zoll und Polizei nachgehalten werden. Laut Roter Liste sind fünf von sechs Donaustörarten vom Aussterben bedroht.

„Wenn es möglich ist, Störfleisch in derartigen Massen ohne gültige Papiere zu handeln, legt dies die Vermutung nahe, dass der illegale Kaviar- und Störschmuggel trotz weitreichender internationaler Fangverbote boomt“, befürchtet WWF-Expertin Jutta Jahrl. Jede Beschlagnahmung illegaler oder nicht deklarierter Ware sei daher ein Erfolg im Kampf gegen Artenschmuggler und helfe, den kriminellen Sumpf des europäischen Stör- und Kaviarhandels trockenzulegen. Laut einer WWF-Studie gehört Deutschland zu den weltweit größten Kaviar-Importeuren und auch der Markt mit dem Fleisch der Tiere sei von großer Bedeutung.

Den Undercover-Recherchen des WWF aus dem vergangenen Jahr zufolge, sind die EU-weit letzten nennenswerten Stör-Vorkommen in Rumänien und Bulgarien durch illegalen Handel akut bedroht. In mehr als zehn Prozent der im Rahmen der Studie untersuchten Proben fand sich demnach Kaviar des besonders seltenen und begehrten Beluga-Störs. Außerdem wurden zahlreiche Produkte, ähnlich wie das jetzt konfiszierte Störfleisch, ohne notwendige Herkunftsnachweise verkauft, was eine Herkunft aus illegalen Quellen wahrscheinlich macht. WWF-Studienautorin Jahrl warnt daher: „Nur wenn Wilderei und Handel konsequent bekämpft und eingedämmt werden, haben die Störe in der Donau noch eine Zukunft." Infos: www.wwf.de.

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