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Rubrik: Szene

Aquarienleiterin des Meeresmuseums berichtet über Korallenprojekt

Freitag, 31. August 2018, 08:29

Die Korallenriffe der Malediven im Indischen Ozean sind zunehmend bedroht: Klimaereignisse, Baumaßnahmen und Tourismus gefährden die sensiblen Ökosysteme. Durch Wissen, Pflege und Sorgfalt kann man viel zum Erhalt der Riffe beitragen

Korallengarten

Dieser Korallengarten auf den Malediven ist mit Unterstützung der Stralsunder Aquarianer entstanden, Foto: © Coral Doctors/Deutsches Meeresmuseum

Eine Möglichkeit sind Wiederanpflanzungen. Die Aquarianer des Deutschen Meeresmuseums um Kuratorin Dr. Nicole Kube helfen mit ihrem Fachwissen in der Korallenzucht. Obwohl Korallen Tierkolonien sind, kann man wie bei Pflanzen Setzlinge erzeugen. Dazu werden bereits vorhandene Bruchstücke aus dem Riff eingesammelt und vorbereitet. Die Wiederanpflanzungsmaßnahmen erfordern große Sachkenntnis und Übung. Daher erfolgt der Unterricht in Workshops für den korrekten Umgang mit Korallen. Das erhöht die Überlebensrate der Setzlinge, und man kann einen richtigen „Garten“ anlegen.

In „Gäste-Events“ werden auch Urlauber für das Thema sensibilisiert. Bis jetzt haben die Stralsunder Wissenschaftler auf vier Inseln gearbeitet. Durch die Workshops konnte erreicht werden, dass sich die Einheimischen nun selbständig um ihre Riffe kümmern und die Arbeit weiterführen. Zudem wird an der Akquise neuer Projektinseln gearbeitet. Zur Stärkung und Weiterführung des Projektes ist seit Mitte 2018 auch das ZooAquarium Madrid am Projekt beteiligt.

„Wir wollen das Projekt auch in Zukunft fortführen und sammeln dafür Spenden. Weitere Infos findet man unter deutsches-meeresmuseum.de“, so Projektleiterin Dr. Nicole Kube. Das Maledivenprojekt ist das erste Umweltschutzprojekt für sie und ihr Team. Es versucht eine Brücke zwischen der Arbeit in Aquarien und dem Schutz von Lebensräumen in der Natur zu bauen.

Bevor die Wissenschaftlerin 2006 Aquarienkuratorin am Deutschen Meeresmuseum wurde, erfolgten Studium und Promotion an der Universität Kiel sowie die Mitarbeit als Autorin und Taucherin an der Unterwasserdoku „Die letzten Paradiese“. Zudem hat Dr. Nicole Kube (Jahrgang 1976) Bau und Einrichtung der Aquarien im Ozeaneum koordiniert und ist nun mit der Planung des Umbaus der Aquarien im Meeresmuseum beschäftigt.

Vortag am 6. September
Alle Interessierten sind herzlich zum Vortrag am 6. September 2018 um 19:00 Uhr im Meeresmuseum Stralsund willkommen. Der Eintritt beträgt drei Euro pro Person.

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