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Rubrik: Umwelt

Artenschutz: Gewinner und Verlierer 2020

Samstag, 2. Januar 2021, 10:49

Für viele Arten war das Jahr 2020 laut der WWF-Jahresbilanz kein gutes Jahr. Die Bestände sind rückläufig und die Bedrohungen nehmen weiter zu. Seit nunmehr 46 Jahren schwinden die Wirbeltierbestände laut Living-Planet-Report 2020 im Durchschnitt um 68 Prozent. Die Internationale Rote Liste verbucht mittlerweile mehr als 35.700 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das betrifft knapp 30 Prozent aller dort erfassten Spezies

Kurzflossen-Mako

Kurzflossen-Mako, Foto: © Patrick Doll [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

„Die Klimakrise, Zerstörung von Lebensraum, Überfischung der Meere und Wilderei: Der Mensch verursacht gerade das größte Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier-Zeit“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Es geht nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems, sondern um unsere Zukunft. Eine intakte Natur ist von existenzieller Bedeutung für uns alle, denn ist die Erde krank, werden es auch die Menschen. Das hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie schmerzlich vor Augen geführt. Schließlich war der Sprung eines Virus vom Wildtier auf den Menschen Auslöser dieser Katastrophe. Dabei sagt die Wissenschaft, dass Umweltzerstörung solche Krankheits-Übersprünge von Wildtieren auf Menschen wahrscheinlicher machen – jetzt und in Zukunft.“ Wenn vitale Ökosysteme zerstört werden und natürliche Barrieren wegfallen, bringt das Arten in Kontakt zueinander, die vorher nicht im Kontakt waren. Außerdem entsteht eine neue, räumliche Nähe zum Menschen.

Doch der Mensch kann den Verlust der biologischen Vielfalt noch stoppen und rückgängig machen – das zeigen die Gewinner. In Deutschland feiern zum Beispiel Kegelrobben ihr Comeback. „Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Wir müssen den Verlust an biologischer Vielfalt stoppen und umkehren. Der WWF fordert daher ein Drittel der Erde unter Schutz zu stellen und Artenschutz zur Querschnittsaufgabe zu machen. Das geht weit über den klassischen Umweltsektor hinaus. Ob Straßenbau, Bildungspolitik oder Haushaltsplanung: Biodiversitätsschutz muss mitgedacht werden“, bilanziert Brandes.

Verlierer 2020

Störe und Löffelstöre: Mit dem Schwertstör gilt nun der erste Vertreter der Störartigen als (in der Neuzeit) ausgestorben. Weitere könnten folgen, denn 85 Prozent der Arten dieser uralten Tierordnung, zu denen auch die Störe zählen, sind bedroht. Dammbauten versperren ihnen den Weg zu ihren Laichgebieten. Zudem werden die Störe wegen ihres Fleisches und ihrer Eier (Kaviar) weltweit gefangen.

Oktopus

Oktopus, Foto: © Theasereje, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tintenfische: Zwar könnten die Tintenfische zu den Gewinnern der Klimakrise zählen, doch zugleich wächst der Appetit auf Kopffüßler – und damit die Fischerei. Im Indischen Ozean nahm die Zahl der unregulierten Tintenfisch-Fischereien in den vergangenen fünf Jahren um 830 Prozent zu. Der rapide Anstieg bedroht auch das ozeanische Nahrungsnetz. Dort spielen Tintenfische eine entscheidende Rolle, da sie Beutetiere der Thunfische sind. Ein Hauptabsatzmarkt ist dabei Europa. Der WWF fordert daher ein nachhaltiges Fischereimanagement – nicht nur für Tintenfische.

Makohaie: Die schnellsten Haie der Welt sind zu Gejagten geworden – und das wegen ihres Fleisches und der Flossen. Besonders der Kurzflossen-Mako wird in Thunfisch-Fischereien als lukrativer Zweitfang mitgefangen. Die nordatlantische Population ist jedoch dadurch so überfischt, dass es fünf Jahrzehnte dauern könnte, bis sie sich erholt. Ein kompletter Bann der Fischerei, der von vielen Nationen, darunter sogar China und Japan, für den Nordatlantik vorgeschlagen wurde, ist 2020 erneut an den Widerständen der USA und der EU gescheitert. Insgesamt sieht es für Haie und die eng verwandten Rochen in diesem Jahr nicht rosig aus: Laut neuer Roter Liste der Weltnaturschutzunion werden jetzt über 300 Arten von Haien und Rochen als bedroht eingestuft.

Gewinner 2020

Seegurken: In Asien gelten sie als Delikatesse. Nachdem die Seegurkenbestände lokal um bis zu 90 Prozent eingebrochen sind, wurden nach jahrelangen Blockaden drei besonders wertvolle Arten in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen. Seit diesem Jahr wird der Fang damit reguliert und der Überfischung (hoffentlich) ein Ende bereitet. Positiv dürfte sich das auch auf das Ökosystem Meer auswirken, wo Seegurken der durch die Klimakrise bedingten Versauerung entgegenwirken: Wie ein Staubsauger nehmen sie Sedimente auf, scheiden diese als gereinigten Sand aus und erhöhen so den pH-Wert am Meeresgrund.

Kegelrobbe

Kegelrobbe, Foto: © Achimachim12, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kegelrobbe: Als angeblicher Konkurrent der Fischer wurde Deutschlands größtes Raubtier nahezu ausgerottet. Die Deutsche Rote Liste führt den Bestand in der Ostsee bis heute in der Kategorie „stark gefährdet“, den in der Nordsee als „gefährdet“. Hoffnung macht die diesjährige Wurfsaison: Auf Helgoland wurden bis Anfang November mehr als 500 Kegelrobbenjunge geboren – ein neuer Rekordstand. Auch in der gesamten Ostsee erholen sich die Bestände allmählich. Wurden dort Anfang der 80er Jahre nur noch 2.500 Tiere gezählt, liegt die Population seit dem Vorjahr bei rund 38.000 Individuen.

Infos: https://www.wwf.de.

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