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Rubrik: Biologie

Delphine: Rekordhalter im Ausatmen

Donnerstag, 23. Juli 2015, 09:12

In einer neuen Studie konnten Forscher jetzt eine 70 Jahre alte Theorie beweisen: Delphine sind Weltmeister im Ausatmen. Sie benötigen zum Entleeren Ihrer Lungen nur wenige Millisekunden

Delphin

Delphin: Weltmeister im Ausatmen, Foto: © Andy Schumacher/Archiv Taucher.Net

Bereits seit den 1940er Jahren gibt es eine Theorie, nach der die Meeressäuger über eine Lunge verfügen, die ihr Volumen schnell verringern und wieder ausweiten kann, um im Wasser überleben zu können. Dazu muss das Ein- und Ausatmen schnell geschehen. Jetzt haben der Autor der neuen Studie Andreas Fahlman von der Texas A&M University und sein Forscherteam mittels eines neuen Geräts nachgewiesen, dass diese Theorie stimmt.

Neun Monate lang hat das Forscherteam an einem einem mobilen Gerät gearbeitet, dass das Luftmengen misst. Da das sogenannte Pneumotachometer aber nicht auf dem offenen Meer bei beliebigen Delphinen eingesetzt werden kann, haben die Forscher mit Tieren des Delphinressorts „Dolphin Quest Oahu" auf Hawaii gearbeitet.

Die Meeressäuger wurden im Delphinresort von den dortigen Trainern an das Messinstrument gewöhnt. So konnten schließlich die Messungen durchgeführt werden – mit beeindruckenden Ergebnissen. Die Atemgeschwindigkeit von Delphinen ist mit maximal 33 Liter pro Sekunde beim Einatmen und 137 Liter beim Ausatmen zwei bis drei Mal höher als bei den Atemrekordlern an Land, den Pferden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Delphine ihre Lungen extrem komprimieren können und so fast die gesamte Atemluft, die sich in der Lunge befindet, mit einem Atemzug ausatmen können. Der Ausatemvorgang dauert dabei nur 200 bis 300 Millisekunden. So reduzieren die Delphine ihre zeit über Wasser und sind in der Lage im Wasser schnell voranzukommen.

Die Forscher haben zudem ein Augenmerk auf die Zusammensetzung der Atemluft der Meeressäuger gelegt. Diese Erkenntnisse über den Sauerstoffgehalt und Beobachtungen zum Verhalten könnten nützlich sein, um in Zukunft gestrandeten Delphinen zu helfen.

Das Forscherteam arbeitet an der Weiterentwicklung des Pneumotachometers, mit dem Ziel, künftig auch die Atemfunktion von Blau- und Killerwalen zu untersuchen.

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