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Rubrik: Biologie

Forscher beobachten scheintote „Zombie"-Garnelen

Montag, 3. Dezember 2018, 15:58

Bei der Erkundung der Tiefen des Golfs von Kalifornien mit einem UW-Roboter bot sich Forschern vom Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) ein unheimlicher Anblick: Eine kleine Garnele trieb verkehrt herum und bewegungslos im Wasser. Die Garnele sah tot aus, aber als sich das U-Boot näherte, wachte sie auf und bewegte kaum sichtbar ihre Antennen und Beine. Diese Bewegungen reichten aus, um beim langsamen Absinken in die Tiefe den Kopf unten zu halten

Garnele mit Humboldt-Kalmar

Eine kleine Granele (Petalidium suspiriosum) in der Monterey Bay – diese Art agiert ähnlich wie die „Zombie"-Garnelen. Im Hintergrund lauert ein Humboldt-Kalmar, Foto: © MBARI

Später während desselben Tauchgangs beobachteten die Forscher weitere Garnelen, die sich genauso verhielten. Ben Burford, ehemaliger Praktikant beim MBARI (jetzt Doktorand an der Stanford University), war fasziniert von diesen „Zombie“-Garnelen. Jetzt hat er einen Forschungsartikel über das Verhalten der Garnelen in der wissenschaftlichen Zeitschrift PLOS One veröffentlicht.

Die meisten Garnelen werfen regelmäßig ihr hartes äußeres Skelett ab, und die unbeweglichen „Zombie“-Garnelen sahen aus wie ein abgestreiftes Exoskelett, das langsam durch das dunkle Wasser des Golfs sank. Burford und seine Kollegen spekulieren, dass die Garnelen, indem sie vorgeben, leere Skelette zu sein, ihre Chancen erhöhen könnten, nicht von Raubtieren gefressen zu werden.

Die Garnelen könnten auch Energie sparen, da sie in einer Tiefe leben, in der Meerwasser sehr wenig Sauerstoff enthält. In Gewässern ohne viel Sauerstoff haben viele Tiere Schwierigkeiten, sich schnell oder über einen längeren Zeitraum zu bewegen.

Außerdem stellten die Forscher fest, dass drei „Zombie“-Garnelen direkt unter großen Schleimhäuten treiben. Viele Tiefseetiere verwenden Schleimnetze, um Meeresschnee (kleine Partikel, die von der Oberfläche nach unten driften) als Nahrung zu sammeln. Die Forscher wissen allerdings nicht, ob die „Zombie“-Garnelen die Schleimhäute erschaffen haben oder ob diese nur in ihrer Nähe herumschwimmt.

Nachdem sie viele Garnelen beobachtet hatten, die sich im Golf von Kalifornien wie Zombies verhielten, durchforsteten sie das Videoarchiv vom MBARI und entdeckten, dass einige Tiefseegarnelen, die in der Monterey Bay gefilmt wurden, sich sehr ähnlich verhielten.

Infos: https://www.mbari.org.

Link zur Studie: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0207249.

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