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Rubrik: Biologie

Forscher entdeckt Laichplätze der pazifischen Aale

Samstag, 10. Oktober 2015, 12:30

Der Salzburger Zoologe Robert Schabetsberger wollte es genau wissen und untersuchte die Wanderungen der Aale im Pazifik – genauer im Inselstaat Vanatu. Zum Einsatz kamen Sender, die einzelnen Aalen auf den Rücken geschnallt wurden

Anguilla marmorata

Pazifischer Aal (Anguilla marmorata), Foto: By BEDO (Thailand) (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Mit Hilfe von Satellitensendern, internationalen Kollegen und der einheimischen Bevölkerung konnte Schabetsberger die Laichgebiete der pazifischen Aale orten und fand so heraus, welche strapaziöse Reise die Tiere für ein einziges Mal Sex im Leben auf sich nehmen.

Erwachsene Aale verbringen ihr Leben im Süßwasser. Die tropischen Aale der Arten „Anguilla megastoma" und „Anguilla marmorata" zum Beispiel auch in dem Kratersee „Lake Letas" auf der Südpazifikinsel Gaua, die zum Inselstaat Vanuatu südlich von Australien gehört. Der See bietet ein reichliches Nahrungsangebot an Shrimps: Hier können sich die Aale ordentlich fettfressen für ihre lange Reise zu ihren Laichgebieten im offenen Meer.

Zum Laichen verlassen die Aale den See und wandern ins Meer. Auf ihrem Weg müssen sie sich einen 120 Meter hohen Wasserfall hinabstürzen und dann in einem reißenden Fluss zum Meer schwimmen. Haben die Tiere das Salzwasser erreicht, fressen sie für den Rest ihrer Reise nichts mehr.

An der Mündung des Flusses haben Schabetsberger und seine Kollegen die erwachsenen Aale, die größer als 1,3 Meter sind und bis etwa sechs Kilogramm wiegen, mit den tischtennisballgroßen Sendern versehen. Diese wurden die mittels chirurgischer Drähte auf dem Rücken der Fische befestigt. Die Sender konnten so über mehrere Monate hinweg die „Reisedaten“ der Aale an Satelliten senden.

Die Auswertung der so gewonnenen Daten ergab unter anderem, dass die Aale auf ihrer Reise die Nächte in etwa 200 Metern Tiefe bei etwa 23 Grad Celsius verbringen und sich tagsüber in 800 Metern Tiefe und fünf Grad Celsius bewegten.

Die Fische trugen die Sender schließlich 850 Kilometer weit nordwestlich des Ausgangspunkts ihrer Reise. Hier liegen offensichtlich ihre Laichgebiete. Nach dem Laichen sterben die Altfische, und ihre Larven werden von Meeresströmungen in Richtung der „Heimatinseln" ihrer Eltern zurückgetrieben, was nach Berechnungen mehr als ein halbes Jahr dauert.

Mit etwa sechs bis zwölf Monaten kehren die Jungaale wieder zurück zu Inseln wie Gaua, wo der unüberwindbar anmutende, 120 Meter hohe Wasserfall sie vom ihrem See trennt. Die Forscher konnten erstmals filmen, wie die kleinen Aale dort über die steilen Felsen neben dem Wasserfall hinaufkletterten. Link zur Studie: http://dx.doi.org/10.3354/meps10254.

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