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Rubrik: Umwelt

Globale Erwärmung verstärkt Korallenbleichen

Mittwoch, 29. Juni 2016, 09:50

Die umfangreichen Korallenbleichen an vielen Riffen weltweit in den letzten beiden Jahren verdeutlichen die Anfälligkeit der Korallen gegenüber der thermischen Belastung durch die globale Erwärmung von zur Zeit bereits 0,9° Celsius

Ribbon Riff Nr.8

Ribbon Riff Nr.8, Foto: © Mia Hoogenboom/ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies

„Für die Ökosysteme der Korallenriffe ändert sich das Klima rapide. Schon jetzt zeigen sie ihre Verwundbarkeit auch bei relativ moderatem Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen“, sagt Dr. Janice Lough vom Australian Institute of Marine Science.

Great Barrier Riff

Luftaufnahme der Korallenbleiche 2016 am Great Barrier Riff, Foto: © Coral CoE

Die massive Korallenbleiche des diesjährigen Frühjahrs am nördlichen Great Barrier Riff in Australien wurde angefeuert vom El Niño 2015-2016. El-Niño-Ereignisse führen in weiten Teilen der tropischen Ozeane – der Heimat der Korallenriffe – in der Regel zu wärmeren Meeresoberflächentemperaturen als normal. Die Größenordnungen dieser natürlichen Klimaschwankungen hat sich durch die globale Erwärmung verstärkt.

Der Index der thermischen Belastung – das heißt, wenn die Temperaturen die normalen saisonalen Höchstwerte überschreiten – hat sich bei 42 Riffen in ihrer Intensität seit dem späten 19. Jahrhundert verdreifacht: Er lag während des El Niños1877-1878 bei 1,3°C während des El Niños 1997-1998 bei 2,8°C und bei 3,9°C in 2015-2016.

„Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass die globale Erwärmung, die Intensität der thermischen Belastung für tropische Korallenriffe erhöht", so Dr. Lough.

Die Rekonstruktion der Oberflächentemperaturen der tropischen Meere anhand von „Jahresringen“ massiver Korallenskelette, zeigt, dass 1998 und 2016 weltweit die wärmsten Jahre für die Riffe zumindest in den letzten 400 Jahren waren.

„In den letzten 18 Monaten haben wir die Auswirkungen der thermischen Belastung, die die Korallenbleichen verursacht, auf dem ganzen Planeten beobachten können. Es wird deutlich, dass wir, wenn wir einen Anstieg von Zahl und Schwere der Bleichen vermeiden wollen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 1,5°C begrenzen müssen", schlussfolgert Dr. Lough.

Infos: www.coralcoe.org.au.

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