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Rubrik: Umwelt

Greenpeace-Aktion gegen Plastik in Kosmetik in der Hamburger Binnenalster

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 10:13

Mit einer drei Meter großen Kosmetikflasche aus Holz protestieren am 15. Oktober 2016 rund 70 Jugendliche in der Binnenalster schwimmend für ein Verbot von Plastik in Kosmetik. „#Wellemachen für Meeresschutz: Kein Plastik in Kosmetik“ ist auf dem fünf mal zweieinhalb Meter großen, auf dem Wasser treibenden Banner zu lesen. Denn jeden Tag gelangen Kunststoffe aus Peelings, Duschgels und anderen Kosmetikprodukten über unsere Abwässer in Flüsse und Meere

Greenpeace-Aktion Hamburger Binnenalster

Greenpeace-Aktion in der Hamburger Binnenalster, Foto: © Daniel Müller/Greenpeace

„Wir wollen kein Plastik – nicht auf unserem Körper und nicht in unseren Flüssen und Meeren!“, sagt Sarah Niknamtavin (17). Erst im Sommer hatte Greenpeace nachgewiesen, dass die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Kosmetikhersteller zum Verzicht auf sogenanntes Mikroplastik nicht ausreichen. Deshalb sammeln die Jugendlichen Unterschriften für eine Petition an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) – die Forderung: Ein Verbot von Plastik in Kosmetik.

Plastik im Gesicht geht gar nicht
In Peelings, Duschgels oder Make-up dienen winzige Plastikpartikel beispielsweise als Schleifmittel, Filmbildner oder Füllstoff. Aber auch flüssige und wachsartige Kunststoffe werden in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten eingesetzt – obwohl es Alternativen gibt. „Naturkosmetik kommt ohne Plastik aus. Bei allen anderen Kosmetikprodukten muss man genau hinschauen, um Plastik unter den Fachbegriffen auf der Packungsangabe überhaupt erkennen und vermeiden zu können. Wer will sich schon Plastik ins Gesicht schmieren?“, sagt Sarah Niknamtavin und zeigt auf die Liste der gängigsten Kunststoff-Namen, die die Jugendlichen vor Ort an Passanten verteilen.

Problem für Mensch und Umwelt
Plastik wird in der Regel nicht biologisch abgebaut und verbleibt über Jahrzehnte oder Jahrhunderte in der Umwelt. Dort wirken Plastikpartikel wie Fremdkörper mit giftiger Fracht, denn sie enthalten oft schädliche Zusatzstoffe. Gleichzeitig sammeln sich daran auch Schadstoffe, die bereits im Wasser vorhanden sind. So wird Mikroplastik physisch und chemisch zum Problem. In der Nahrungskette haben Wissenschaftler Mikroplastik längst nachgewiesen: in kleinstem Zooplankton, aber auch in Speisefischen und Meeresfrüchten wie Thunfisch, Kabeljau, Makrele sowie Miesmuscheln und Nordseegarnelen. Ein kürzlich veröffentlichter Greenpeace-Report fasst den aktuellen Stand der Forschung zusammen – wir berichteten.

Infos: www.greenpeace.de.

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