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Rubrik: Umwelt

Greenpeace: industrielle Krillfischerei gefährdet Südpolarmeer

Montag, 19. März 2018, 08:41

Die Fischereiindustrie setzt das ökologische Gleichgewicht des südpolaren Nahrungsnetzes aufs Spiel, indem sie ihre Beutezüge im antarktischen Eismeer ausweitet. Dies zeigt die neue Greenpeace-Studie „Licence to Krill“

Krill

Krill in der Antarktis, Foto: © Christian Åslund/Greenpeace

Neben diesem Mundraub an der Nahrungsgrundlage bedrohen demnach riskante Fischerei-Praktiken das Überleben von Pinguinen, Robben und Walen: So verloren überalterte Schiffe bereits große Mengen Öl, Feuer brach aus und ein Schiff lief in unmittelbarer Nähe einer Pinguinkolonie auf Grund. Greenpeace fordert die Ausweisung des größten Meeresschutzgebiets der Welt im Weddellmeer. Die Industriefischerei wäre damit an diesem Ort verboten. „Das sensible ökologische Gleichgewicht in der Antarktis braucht Schutz“, so Greenpeace-Meeresexpertin Sandra Schöttner. „Die Antarktis und ihre Bewohner leiden stark unter der Klimaerhitzung. Meeresschutzgebiete verhindern, dass die Krillfischerei in die eisfreien Gebiete weiter vordringt.“ Im Jahr 2017 war die Eisbedeckung in der Antarktis so gering wie nie zuvor.

Greenpeace-Studie

Die neue Greenpeace-Studie „License to Krill“, Foto: © Greenpeace

Krill, kleine garnelenartige Krebse, sind die Basis des antarktischen Nahrungsnetzes. Die Industrie porträtiert ihre Fischerei als nachhaltig und gut kontrolliert. Allerdings zeigen die von Greenpeace vorgelegten Daten, dass sie ausschließlich an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel und hauptsächlich in den Nahrungsgründen der Wildtiere stattfindet.

Unnötige Omega-3-Kapseln rauben Wildtieren die Nahrungsgrundlage
Der gefangene Krill wird an Bord hauptsächlich zu Fischfutter verarbeitet, das dann weltweit in Aquakulturen eingesetzt wird. Der Hauptgrund für die Expansionspläne der Fischerei ist jedoch die Verarbeitung zu wertvollem Krillöl – damit macht die Industrie die größten Profite. Krillöl gibt es als Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform. Nach den USA und China stellt Deutschland den drittgrößten Markt dafür. Bei ausgewogener Ernährung sind diese Ergänzungsmittel unnötig. „Wer sich gesund ernährt, kann den antarktischen Wildtieren ihr Futter überlassen“, so Schöttner. „Das Marketing für Omega-3-Pillen ist sich nicht zu schade, sogar mit Kaiserpinguinen auf der Verpackung zu werben.“ Menschen mit erhöhtem Omega-3-Bedarf können auf Alternativen aus Leinöl oder auf Basis von Mikroalgen zurückgreifen.

Derzeit ist Greenpeace mit dem Expeditionsschiff „Arctic Sunrise“ in antarktischen Gewässern, um sich ein Bild vor Ort zu machen – wir berichteten. Wissenschaftliche Aufnahmen vom Meeresgrund sollen den auf Initiative der alten deutschen Bundesregierung vorgelegten Schutzgebietsantrag stützen. Die unabhängige Umweltschutzorganisation fordert die neue Regierung auf, sich bei der Antarktis-Kommission CCAMLR für das Schutzgebiet im Weddellmeer gegen Länder mit starken Fischereiinteressen wie Norwegen, China, Südkorea und Japan durchzusetzen.

Infos: www.greenpace.de.

Download der Greenpeace-Studie (PDF-Datei)

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