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Rubrik: Umwelt

Grüne Meeresschildkröten schlucken Kunststoffteilchen, die wie Seegras aussehen

Donnerstag, 22. August 2019, 10:15

Grüne Meeresschildkröten (Chelonia mydas) schlucken eher Plastik, das ihrer natürlichen Nahrung Seegras ähnelt. Sie bevorzugen schmale Kunststoffpartikel in naturnahen Farben wie Grün und Schwarz, so das Ergebnis einer neuen Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Scientific Reports erschienen ist

Grüne Meeresschildkröte

Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas), Foto: © Schuetze77 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Wissenschaftler der University of Exeter und der Society for the Protection of Turtles (Zypern) untersuchten Eingeweide von Schildkröten, die an Stränden in Zypern angespült wurden. Plastikpartikel wurden in allen Schildkröten gefunden, deren Magen-Darm-Trakt untersucht werden konnte.

Die Forscher konnten nicht feststellen, welche Rolle der Kunststoff beim Tod der Schildkröten gespielt hat. Die meisten waren wahrscheinlich an den Folgen der Interaktion mit Fischernetzen gestorben.

„Frühere Untersuchungen haben ergeben, dass Lederschildkröten Plastik fressen, das ihrer Quallen, ihrer Beute, ähnelt, und wir wollten wissen, ob ähnliches mit Grünen Meeresschildkröten passieren könnte", erklärt Dr. Emily Duncan von der University of Exeter. „Meeresschildkröten sind in erster Linie visuelle Raubtiere – sie können Nahrung nach Größe und Form auswählen – und in dieser Studie fanden wir starke Hinweise darauf, dass Grüne Meeresschildkröten Kunststoff in bestimmten Größen, Formen und Farben bevorzugen. Der Kunststoff, den wir in diesen Schildkröten gefunden haben, darauf hin, dass sie Formen wie Fäden oder Blätter bevorzugen, die schwarz, durchsichtig oder grün sind. Als Quelle dieser Plastikteilchen kommen z.B. schwarze Müllsäcke und Fragmente von Gegenständen wie Angelseilen und Tragetaschen in Frage."

Die Studie ergab, dass kleinere Schildkröten tendenziell mehr Plastik enthalten, möglicherweise weil die jungen Tiere weniger erfahren sind (und daher eher das falsche fressen) oder weil sich die Ernährungsgewohnheiten mit Alter und Größe ändern. Von den 34 untersuchten Schildkröten konnten die Wissenschaftler den vollen Magen-Darm-Trakt von 19 untersuchen. Alle diese Schildkröten enthielten Plastikteilchen, deren Anzahl zwischen drei und 183 lag.

Dr. Pennie Lindeque vom Plymouth Marine Laboratory und Autorin der Studie erklärt: „Unsere bisherige Arbeit über die Aufnahme von Mikroplastik durch Meeresorganismen, vom Zooplankton bis hin zu Walen, hat dazu beigetragen, die Politik zu beeinflussen – davon zeugt zum Beispeil ein Verbot von Mikroplastik in abwaschbaren Kosmetika. Wir hoffen, dass wir durch ein besseres Verständnis der Auswirkungen bestimmter Kunststoffabfälle auf verschiedene Tiere und Ökosysteme dazu beitragen können, Präventions- und Minderungsstrategien zu entwickeln".

Infos: https://www.pml.ac.uk.

Link zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41598-019-48086-4.

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