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Rubrik: Umwelt

Hoffnung für das zweitgrößte Riff der Erde

Donnerstag, 28. Juni 2018, 09:54

Das Belize-Barrier-Riff – das zweitgrößte Korallenriffsystem der Welt nach dem Great Barrier Riff – ist auf Empfehlung der International Union for Conservation of Nature (IUCN) von der Liste des gefährdeten Welterbes gestrichen worden. Die Entscheidung wurde am 26. Juni 2018 auf der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in Bahrain getroffen

Belize-Barrier-Riff

Das Belize-Barrier-Riff gesehen aus der Raiumstation „ISS", Foto: © NASA

Seit etwa zehn Jahren ist das Belize-Barrier-Riff durch potenzielle Ölförderungen und nicht nachhaltigen Tourismus bedroht. Allerdings hat Belize vor kurzem ein Verbot von Ölbohrungen in seinen gesamten Meeresgebieten angekündigt und den rechtlichen Schutz seiner Mangroven vor schädlichen Entwicklungen verstärkt. Diese Entscheidungen haben dazu geführt, dass das Riffsystem jetzt von der Liste des bedrohten Welterbes gestrichen wurde.

„Belize hat gezeigt, welche Führungsqualitäten dringend erforderlich sind, um die Widerstandsfähigkeit der wertvollen marinen Ökosysteme gegen den Klimawandel zu erhöhen und gleichzeitig einen nachhaltigen Tourismus zu fördern. Das entschlossenes Engagement des Landes für den Schutz des Riffs vor Ölbedrohungen und anderen Entwicklungen ist ein großer Impuls für das Weltkulturerbe – und für die lokale Wirtschaft, die von ihm abhängt", sagt Tim Badman, Direktor des Welterbeprogramms der IUCN.

Das Riffsystem besteht aus sieben Meeresschutzgebieten und wurde 1996 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Es ist die Heimat bedrohter Meeresschildkröten und Seekühe. Es finden sich verschiedene Arten von Korallenriffen, zahlreiche Sandbänke und Mangroveninseln sowie einzigartige Meereslandschaften wie das weltberühmte „Blue Hole".

Die unberührten Gewässer und das reichhaltige Meeresleben bieten den Einheimischen soziale und wirtschaftliche Vorteile, wie z.B. eine lokal bewirtschaftete Fischerei und naturnahe Touristenattraktionen. Tourismus und Fischerei beschäftigen etwa die Hälfte der Bevölkerung von Belize und sind in hohem Maße von den gesunden marinen Ökosystemen abhängig.

Das Riff wurde 2009 in die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes aufgenommen. Ganze Mangrovenwälder wurden damals gerodet und durch Sand und Korallenschutt aus nahegelegenen Gewässern ersetzt, die Korallen und Ökosysteme am Meeresboden zerstörten.

Die langfristige Nachhaltigkeit war auch 2011 gefährdet, als sich herausstellte, dass es innerhalb des Riffsystems Konzessionen für Ölbohrungen gab. IUCN und UNESCO-Welterbezentrum forderten Belize wiederholt auf, keine Ölbohrungen zuzulassen. Aufgrund ihrer zerstörerischen und irreversiblen Auswirkungen gelten Öl-, Gas- und Bergbauindustrie als unvereinbar mit dem Welterbestatus.

Auch wenn heute die Mangroven geschützt sind und Ölbohrungen verhindert wurden, ist das Belize-Barrier-Riff zunehmend dem Klimawandel mit Auswirkungen wie Korallenbleiche, Meeresspiegelanstieg, Stranderosion und Hurrikans ausgesetzt. Der Klimawandel ist laut IUCN die am schnellsten wachsende Bedrohung für das Weltnaturerbe.

Infos: https://www.iucn.org.

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