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Rubrik: Umwelt

Illegale Fänge von Haien und Rochen im Mittelmeer

Dienstag, 14. Juli 2020, 08:53

Geschützte und gefährdete Hai- und Rochenarten sind nach wie vor Ziel regelmäßiger illegaler, unregulierter und nicht gemeldeter Fischerei im Mittelmeer. Eine Analyse des WWF anlässlich des Shark Awareness Days am 14. Juli zeigt erschreckende Bilder verbotener Fänge vom Aussterben bedrohter Weißer Haie, Makohaie, Riesenhaie, Engelshaie oder gefährdeter Teufelsrochen

Kurzflossen-Makohai

Vom Aussterben bedrohter Kurzflossen-Makohai, illegal gefangen in Italien im Mai 2020, Foto: © MECO

Die WWF-Analyse steht als PDF-Datei zum Download bereit: > zur Analyse. Die Artenschützer kritisieren, dass europäische Gesetze zum nachhaltigen Management der Fischerei von den EU-Mitgliedsstaaten und anderer Mittelmeeranrainer nicht eingehalten werden. Mehr als die Hälfte der Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bereits gefährdet, einige könnten in naher Zukunft sogar aussterben. Der WWF fordert daher eine umfassende Verbesserung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit im Rahmen der EU-Fischereikontrollverordnung.

Das M.E.C.O-Projekt – ein Citizen Science-Projekt von Meeresschutzorganisationen im Mittelmeer – hat zahlreiche Videos und Fotos von bedenklichen Fischereiaktivitäten aus 11 Mittelmeer-Anrainerstaaten zusammengetragen, von denen über die Hälfte der EU angehören – darunter Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, Griechenland und Zypern. Der WWF wertete diese aus und fand unter anderem Aufnahmen illegaler Anlandung von stark gefährdeten Teufelsrochen in Spanien und vom Aussterben bedrohten Weißen Haien, Mako- und Hammerhaien auf italienischen und französischen Märkten.

Teufelsrochen

Stark gefährdeter Teufelsrochen, illegal-gefangen in Algerien im Mai 2019, Foto: © MECO

„Die Auswertung zeigt, dass gefährdete und geschützte Hai- und Rochenarten weiterhin gefangen und sogar offen auf Märkten angeboten werden“, so Heike Zidowitz, Expertin für Haie und Rochen beim WWF Deutschland. „Das Mittelmeer ist das am stärksten überfischte Meer weltweit und die ausgewerteten Aufnahmen beweisen, dass Fangverbote vielerorts nicht eingehalten werden. Fischereigesetze werden auf nationaler Ebene nicht ordentlich umgesetzt und die Regeln, die es gibt, werden regelmäßig ignoriert. Im schlimmsten Fall verlieren wir so wichtige Arten, die eine irreparable Lücke im Ökosystem Meer hinterlassen.“ Zu den Bedrohungen durch illegale Fischerei und Überfischung kommen auch die Folgen der im Mittelmeer stark zu beobachtenden Klimakrise und der steigenden Verschmutzung durch Plastikmüll, der gefressen wird oder in dem sich die Tiere verfangen.

Mitverantwortlich für die Fischerei auf Haie und Rochen ist der Etikettenschwindel bei Fischprodukten. Der WWF warnt Mittelmeer-Urlaubende, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, die zum Beispiel Schwertfisch essen, oft unbewusst zu illegal vermarktetem Haifischfleisch greifen.

Eine robuste Fischereikontrolle ist essenziell für eine nachhaltige Fischerei. Durch effiziente Kontrollmechanismen auf See, lückenlose Rückverfolgbarkeit, sowie vollständige Dokumentation der Fischerei und der Entnahme von Fisch wird gutes und nachhaltiges Fischereimanagement ermöglicht. In der EU kann sich Deutschland mit der derzeitigen Ratspräsidentschaft besonders stark machen und die Gelegenheit der Überarbeitung der bisher zahnlosen Kontroll-Verordnung nutzten, um die existierenden Schwächen auszubügeln.

Infos: https://www.wwf.de.

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