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Rubrik: Wissenschaft

Kalifornien: Rätsel um Austernsterben gelöst

Dienstag, 3. Januar 2017, 10:49

In der Bucht von San Francisco starben 2011 massenhaft Austern. Lange war unklar, was dieses Sterben verursacht hat. Jetzt haben Forscher den Grund gefunden: Schuld waren sogenannte Atmosphärische Flüsse

Austern

Austern an der Küste des China Camp State Park in San Francisco Bay, Foto: © Brian Cheng/UC Davis

Im März 2011 sank binnen weniger Tage der Salzgehalt in der Bucht von San Francisco dramatisch ab, da sehr viel Süßwasser über Flüsse in die Bucht gelangte – das war zuviel für die Muscheln. Grund für die extreme Süßwasserzufuhr war eine besondere Art von Luftströmen, die sogenannten Atmosphärische Flüsse. Sie bestehen aus mehrere Tausend Kilometer langen Wasserdampfwolken und verursachten die starken Niederschläge in der Region. So haben Forscher um Brian Cheng von der University of California in Davis die Vorgänge von 2011 rekonstruiert und ihre Ergebnisse kürzlich in den „Proceedings B" der britischen Royal Society veröffentlicht.

Austern

Austern an der Küste des China Camp State Park in San Francisco Bay, Foto: © Brian Cheng/UC Davis

Atmosphärische Flüsse transportieren riesige Mengen Feuchtigkeit rund um den Globus. Treffen sie auf Land, können sie starke Niederschläge in Form von Regen oder Schnee verursachen, die zu schwere Fluten und Überschwemmungen führen können. Die Forscher geben an, dass die zehn schwersten Fluten seit 1970 in Großbritannien mit Atmosphärischen Flüssen in Zusammenhang gestanden hätten.

Von Oktober 2009 bis Juli 2011 hatten die Forscher um Cheng eine Population Westamerikanischer Austern (Ostrea lurida) im Norden der Bucht von San Francisco untersucht. Sie erfassten die Bestände der Tiere alle drei Monate.

Durch die von den Atmosphärischen Flüssen verursachten Niederschläge im März 2011 sank der Salzgehalt des Meerwassers in der Bucht erheblich, wie Messungen zeigten. Er blieb für acht aufeinanderfolgende Tage unter einem Wert, den die Forscher als kritischen Grenzwert für die Austern ermittelt hatten. Bis Juli 2011 waren nahezu alle Austern tot.

Bis November 2013 erholten sich die Austern-Bestände in der Region wieder. Allerdings, so die Forscher, seien die neuen Austern kleiner und weniger fruchtbar, was sich auf die Wiederansiedlung der Austern in der Bucht von San Francisco auswirke.

Infos: https://www.ucdavis.edu.

Link zur Studie: http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/283/1844/20161462.

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