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Rubrik: Umwelt

Klimawandel, Kohlenstoff und Krill

Donnerstag, 11. April 2019, 09:06

Große Krillschwärme im Südlichen Ozean könnten helfen, zusätzlichen Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen. Ein Prozess, den derzeitige globale Modelle zum Klimawandel nicht berücksichtigen. Dies schrieben Forscher in einer neuen Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde

Antarktischer Krill

Antarktischer Krill (Euphausia superba), Foto: © Wikimedia/Uwe Kils [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Antarktischer Krill bildet eine der höchsten Konzentrationen tierischer Biomasse in den Weltmeeren. Die Tiere produzieren kohlenstoffreiche Fäkalpellets, die in der Wassersäule absinken und so Kohlenstoff aus der Atmosphäre in die Tiefsee transportieren. Die neue Studie liefert eine erste Schätzung, wie viel Kohlenstoff große Schwärme von antarktischem Krill, die am Rande des Meereises leben, durch ihre Fäkalpellets speichern können. Die Effizienz dieses Prozesses hat einen wichtigen Einfluss auf das globale Klima.

Biologische Pumpe

Krill ernährt sich von einzelligen Pflanzen, die als Phytoplankton bekannt sind und Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden. Krill erzeugt kohlenstoffreiche Fäkalpellets, die von anderen Tieren wie Zooplankton aufgenommen werden oder auf den Meeresboden sinken. Dieser Prozess ist Teil der biologischen Kohlenstoffpumpe

Die Ergebnisse zeigen, dass antarktische Krillschwärme für 35% des regionalen Kohlenstoffs verantwortlich sind, der aus dem Oberflächenwasser im Südlichen Ozean entfernt wird. Die Forscher schätzten die Krilldichte in der Region anhand von Daten aus wissenschaftlichen Netzproben, die in der wissenschaftlichen Datenbank „KRILLBASE“ gespeichert sind. Sie kombinierten dies mit Schätzungen der Produktion von Krill-Fäkalpellets auf Grundlage früherer wissenschaftlicher Untersuchungen, um ein Verständnis für das Potenzial an „verstecktem" Kohlenstoff im Zusammenhang mit antarktischem Krill im Südlichen Ozean zu gewinnen.

Dr. Anna Belcher, Hauptautorin der Studie und Biogeochemikerin beim British Antarctic Survey, sagt: „Unsere Studie zeigt, dass große Krillschwärme im Südlichen Ozean eine beträchtliche Menge an Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen könnten. Das ist spannend, denn es zeigt zum ersten Mal, wie wichtig der antarktische Krill für die Kohlenstoffspeicherung auf globaler Ebene sein kann."

Co-Autor Dr. Angus Atkinson vom Plymouth Marine Laboratory ergänzt: „Krillarten sind in vielen der produktiven Nahrungsnetze der Welt wichtig, und diese Arbeit am antarktischen Krill zeigt auch ihre Bedeutung für den Transport von Kohlenstoff aus den Oberflächenschichten des Ozeans."

Derzeit ist dieser Prozess in vielen globalen Klimamodellen nicht gut dargestellt. Die nächsten Schritte bestehen darin, zu testen, wie sich die Einbeziehung von Krill auf unsere Schätzungen der Kohlenstoffspeicherung im Meer auswirkt.

Infos: https://www.pml.ac.uk.

Link zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41467-019-08847-1.

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