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Rubrik: Umwelt

Korallenriffe können mit dem Anstieg des Meeresspiegels nicht Schritt halten

Dienstag, 19. Juni 2018, 10:22

Viele Korallenriffe werden nicht in der Lage sein, schnell genug zu wachsen, um mit dem steigenden Meeresspiegel Schritt zu halten, so dass tropische Küsten und tief liegende Inseln einem erhöhten Erosions- und Überschwemmungsrisiko ausgesetzt sind

Gesundes Korallenriff

Gesundes und aktiv wachsendes Riff mit hoher Korallenbedeckung auf einem Riff in Chagos (Indischer Ozean). Aufnahme vor dem Bleichereignis 2016, Foto: © Prof Chris Perry, University of Exeter

Ein internationales Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universität Exeter, des Royal Netherlands Institute for Sea Research (NIOZ), der Lancaster University und des Australian Research Council's Centre of Excellence for Coral Reef Studies (Coral CoE) verglich die maximalen Wachstumsraten von Korallenriffen mit den prognostizierten Raten des Meeresspiegelanstiegs und stellte fest, dass viele Riffe nicht Schritt halten können. Ihre Ergebnisse haben die Forscher jetzt in einer Studie in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

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Video-Link: https://youtu.be/AlRnTg4tHpk

Das Wachstum von Korallenriffen wird von Anzahl und Art der auf der Riffoberfläche lebenden Korallen beeinflusst. Dieses Wachstum wird durch die Kombination von Korallenkrankheiten, der Verschlechterung der Wasserqualität und des Fischereidrucks sowie den gravierenden Auswirkungen der „Korallenbleiche" infolge des Klimawandels behindert.

„Für viele Riffe in der Karibik und im Indischen Ozean verlangsamen sich die Wachstumsraten aufgrund der Degradation der Korallenriffe.Inzwischen steigen die Raten des Meeresspiegelanstiegs – und unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Riffe nicht mithalten können. Infolgedessen werden die Wassertiefen über den meisten Riffen in diesem Jahrhundert rapide ansteigen", sagt Hauptautor Professor Chris Perry von der Universität Exeter.

Totes Korallenriff

Toter und erodierender Riffabschnitt in Chagos (Indischer Ozean). Aufnahme nach dem Bleichereignis 2016, Foto: © Prof Chris Perry, University of Exeter

„Selbst unter günstigen Szenarien zur Vorhersage des Klimawandels werden nur etwa 3% der Riffe des Indischen Ozeans in der Lage sein, dem lokalen Anstieg des Meeresspiegels Stand zu halten, während die meisten Riffe bei anhaltend hohen Emissionen eine Wassertiefenzunahme von mehr als einem halben Meter erfahren werden", ergänzt Dr. Aimée Slangen vom NIOZ.

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Video-Link: https://youtu.be/-IijjmiNX9c

„Dies ist von entscheidender Bedeutung, da Riffe eine Schlüsselrolle als natürliche Meeresabwehr spielen, indem sie die Energiebelastung durch Küstenwellen begrenzen. Die Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels müssen daher mit einer Regulierung der Fischerei und dem Schutz der Wasserqualität einhergehen, um ein weit verbreitetes Abtauchen in diesem Jahrhundert zu verhindern", so Professor Nick Graham von der Lancaster University, Co-Autor der Studie.

Die Forscher errechneten Wachstumsraten für mehr als 200 tropische Riffe im westlichen Atlantik und im Indischen Ozean.

„Wir müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen begrenzen. Unsere Vorhersagen, selbst unter den besten Szenarien, deuten darauf hin, dass die Überschwemmung der Riffe bis zum Jahr 2100 die Küstenregionen einer erheblichen Bedrohung durch Küstenveränderungen aussetzen wird. Gesündere Korallenriffe werden die Überflutung mit Meerwasser verringern", sagt Professor Peter Mumby, Co-Autor von Coral CoE.

Infos: https://www.coralcoe.org.au.

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