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Rubrik: Umwelt

Korallenriffe schützen Küsten vor schweren Stürmen

Samstag, 14. April 2018, 08:51

Korallenriffe können Küsten vor tropischen Wirbelstürmen schützen, indem sie die Auswirkungen großer Wellen reduzieren, bevor sie das Ufer erreichen. Wissenschaftler vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies (Coral CoE) an der University of Western Australia haben die Auswirkungen eines Tropensturms auf das Ningaloo Reef in Westaustralien auf die Küste untersucht

Michael Cuttler

Dr. Cuttler bei Messungen vor Ort, Foto: © ARC CoE for Coral Reef Studies/Michael Cuttler

Tropische Wirbelstürme richten weltweit verheerende Schäden an Küsteninfrastruktur, Meereslebensräumen und Küstenpopulationen an. Dr. Michael Cuttler Coral CoE sagt jedoch, dass ein Saumriff den Strand vor starker Erosion schützen kann.

„Riffe können Küstenlinien effektiv schützen, weil sie Wellen vor der Küste brechen können, wodurch die Energie, die die Küstenlinie beeinflusst, begrenzt wird", so Dr. Cuttler.

Dr. Cuttler untersuchte zusammen mit Kollegen das Ningaloo Reef – Australiens größtes Saumriffsystem und Weltnaturerbe der Vereinten Nationen – während des tropischen Wirbelsturms „Olwyn“ im Jahr 2015. „Olwyn“ war ein schwerer tropischer Wirbelsturm der Kategorie 3, der große Schäden an der Küste Westaustraliens verursachte.

Das Team beobachtete, dass die Küste wegen des Schutzes durch das vorgelagerte Riff weitgehend unversehrt blieb.

„Die vom Zyklon erzeugten großen Wellen wurden durch das vor der Küste liegende Riff effektiv abgeführt. Die geringe Erosion war auf kleinere Wellen zurückzuführen, die vom Wind in der Lagune erzeugt wurden", erklärt Dr. Cuttler.

Die Form oder Geomorphologie des Riffs – mit seinem steilen Vorriffhang, dem flachen Riffkamm und der relativ flachen Lagune – ist repräsentativ für die meisten Saumriffe weltweit.

„In dieser Studie haben wir auch ähnliche Wirbelstürme an Küsten ohne Riffe verglichen und festgestellt, dass diese Strände bis zu zehnmal stärker erodiert wurden als der Strand von Ningaloo", so Dr. Cuttler.

Die Ergebnisse der Studie von Dr. Cuttler deuten darauf hin, dass Korallenriffe die Küsten vor tropischen Wirbelstürmen und anderen Einflüssen großer Wellen schützen können.

Dr. Cuttler warnt allerdings davor, dass die Fähigkeit der Riffe, benachbarte Küstenlinien zu schützen, sowohl durch den Anstieg des Meeresspiegels als auch durch die Verlangsamung der Riffwachstumsraten gefährdet sei.

„Diese Veränderungen können letztendlich die Menge der Wellenenergie, die die Küste erreicht, erhöhen und möglicherweise die Küstenerosion verstärken", so Cuttler.

Bisher haben nur wenige Studien die hydrodynamischen Bedingungen und morphologischen Reaktionen einer solchen Küste während eines tropischen Wirbelsturms gemessen.

Dr. Cuttler und seine Kollegen vom Coral CoE sagen, dass ihre Ergebnisse dazu dienen könnten, die Gefahren zu bewerten, die den Küsten durch extreme tropische Wirbelstürme drohen. Die Schäden an den Küsten könnten in Zukunft größer werden, da der Klimawandel den Zustand der Korallenriffe weltweit verändert.

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: https://aslopubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/lol2.10067.

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