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Rubrik: Umwelt

Krillfischerei zieht sich aus Teilen der Antarktis zurück

Mittwoch, 11. Juli 2018, 08:49

Die Krillindustrie wird ihre Fischerei in großen Teilen des ökologisch sensiblen Gebiets rund um die antarktische Halbinsel einstellen und sich für ein Netzwerk an Meeresschutzgebieten in der Antarktis einsetzen

Krill

Krill in der Antarktis, Foto: © Christian Åslund/Greenpeace

Diese Entscheidung verkündete der Branchenverband der Krillindustrie ARK am 9. Juli 2018 anlässlich einer Tagung der Antarktis-Kommission CCAMLR im britischen Cambridge. „Das ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum weltweit größten Meeresschutzgebiet im antarktischen Weddellmeer – und er kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin. „Klimawandel und Fischerei setzen die antarktischen Meere massiv unter Druck.“ Greenpeace hatte Anfang des Jahres mit einer Schiffsexpedition besonders schützenswerte Strukturen des Ökosystems dokumentiert und vor Ort nachgewiesen, dass die Fischerei nach Krill die antarktischen Meere gefährdet – wir berichteten.

Arctic Sunrise

Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise" in der Antarktis, Foto: © Daniel Beltrá/Greenpeace

Die Selbstverpflichtung der Industrie repräsentiert bezogen auf die Fangmenge etwa 85 Prozent der antarktischen Krillfischerei. Dazu gehören Firmen wie Aker BioMarine (Norwegen), Rimfrost (Norwegen), Insung (Korea), CNFC (China) und Pescachile (Chile). Die Firmen wollen zukünftig beispielsweise bis zu 40 Kilometer große Pufferzonen um brütende Pinguinkolonien einhalten. Krill wird in der Regel als Fischfutter in Aquakulturen eingesetzt. Die größten Profite macht die Industrie jedoch mit Krillöl, das in Nahrungsergänzungsmitteln wie Omega-3-Fettsäurepillen verarbeitet wird. Ein Greenpeace-Ernährungsgutachten zeigt jedoch, dass es vegane Alternativen wie angereichertes Leinöl gibt – wir berichteten.

Antarktisches Meeresschutzgebiet
Im Oktober entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR über ein antarktisches Meeresschutzgebiet, das fünf Mal so groß wie Deutschland wäre. Der Vorschlag wurde von der vorherigen deutschen Bundesregierung auf den Weg gebracht. Die internationale Kommission kann allerdings nur einstimmig beschließen – eine einzige Gegenstimme aus Ländern mit starken Fischereiinteressen würde den Antrag scheitern lassen. Fischereiministerin Julia Klöckner (CDU) sagte dazu gestern Abend in einer Videobotschaft anlässlich der Veranstaltung in Cambridge: „Die Bundesregierung wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um alle Vorbehalte, die unsere internationalen Partner noch haben mögen, auszuräumen.“ Ende Juni 2018 hatte der Bundestag die Bundesregierung einstimmig aufgefordert, sich mit allen diplomatischen Mitteln für das Weddellmeer einzusetzen. Weltweit haben bereits 1,7 Millionen Menschen die Greenpeace-Petition an die CCAMLR unterzeichnet, darunter auch Oscar-Preisträger Javier Bardem, der die Greenpeace-Antarktistour begleitet hatte.

Infos: www.greenpeace.de.

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