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Rubrik: Umwelt

Malediven: Riff aus dem 3D-Drucker soll Korallenwuchs fördern

Samstag, 18. August 2018, 09:17

Die „Blue Lagoon“ der Malediveninsel Summer Island ist Schauplatz einer hoffnungsvollen Aktion. Am 12. August 2018 wurde im Flachwasserbereich vor der Insel das weltweit bisher größte korallenähnliche Gebilde aus einem 3D-Drucker auf dem sandigen Meeresgrund installiert.

Künstliches Riff

Befestigung von lebenden Korallenstöcken am neuen Riff, Foto: © Diverland Summer Island

An dem künstlichen Riff wurden junge lebende Korallenstöcke befestigt, die zuvor an anderer Stelle vor der Insel angezüchtet worden waren. So sollen Riffe, die durch Wassererwärmung, aber auch den Befall von Dornenkronen Schaden genommen haben, wieder aufgebaut werden.

Industrie-Design im Meer
Seinen Anfang nahm das Projekt in Australien. In Melbourne entwarf der Industrie-Designer Alex Goad am Computer Teile, die Strukturen eines lebenden Korallenriffs der Malediven gleichen. Schließlich spuckte der 3D-Drucker seiner Firma Reef Design Lab 24 Stunden lang Keramikformen aus, die einem 3D-Puzzle gleich miteinander verbunden werden. Das Material ähnelt Kalzium-Karbonat – der Substanz, die lebende Hartkorallen ausscheiden und damit im Laufe der Zeit die gigantischen Korallenriffe entstehen lassen.

Künstliches Riff

Aufbau des neuen Riffs, Foto: © Diverland Summer Island

Nachdem die Formen auf den Malediven ankamen, wurden sie auf Summer Island mit ab- gestorbenem Korallenschutt gefüllt. Die Module können einfach zusammengesteckt werden. 220 Teile bilden nun in sieben Meter Tiefe ein kleines neues Riff in der Nähe der Korallenaufzuchtstation der Insel. Wie Alex Goad glaubt auch der Leiter der Diverland-Tauchbasis von Summer Island, Arjan Sierink, an den Erfolg des einzigartigen Feldversuchs.

Gute Resonanz
Goad ist überzeugt von der Methode: „Die 3D-Technologie hilft uns bei der Umsetzung innovativer Ideen. Die Nachbildung der komplexen, natürlichen Riffstrukturen kann ein effektiver Weg sein das Korallenwachstum in beschädigten Riffgebieten wieder anzukurbeln.“

Künstliches Riff

Die Struktur des neuen Riffs, Foto: © Diverland Summer Island

Tauchlehrer Arjan Sierink hofft, dass in ein bis zwei Jahren sichtbar wird, dass vor Summer Island ein neues Riff entsteht. „Die tauchenden Gäste der Insel sind von der Aktion sehr angetan.“ Das sieht auch der Resort Manager von Summer Island Mari Shareef so: „Die positive Resonanz bei den Urlaubern ist enorm.“

Infos: www.diverland-maldives.com und www.reefdesignlab.com.

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