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Rubrik: Umwelt

Meersalz weltweit mit Mikroplastik verunreinigt

Dienstag, 23. Oktober 2018, 10:17

Laut einer neuen Studie unter der Leitung von Seung-Kyu Kim, Professor an der Incheon University, und Greenpeace East Asia enthielten über 90 % der untersuchten Salzmarken weltweit Mikrokunststoffe. Am meisten belastet ist Meersalz aus Asien

Geografische Verteilung

Geografische Verteilung von Meersalz, das Mikrokunststoffe enthält, nach Land oder Region, Grafik: © Greenpeace

Die Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Environmental Science & Technology veröffentlicht wurde, analysierte 39 verschiedene Salzmarken weltweit und zeigte, dass die Verschmutzung mit Kunststoffen bei Meersalz am höchsten war, gefolgt von Seesalz und Steinsalz – ein Indikator für den Grad der Verunreinigung mit Ploastikäbfällen in den Gebieten, in denen das Salz gewonnen wurde. Nur drei der untersuchten Salzmarken enthielten kein Mikroplastik.

„Neuere Studien haben Kunststoffe in Meeresfrüchten, Wildtieren, Leitungswasser und jetzt auch in Salz gefunden. Es gibt kein Entkommen aus dieser Kunststoffkrise, zumal immer noch Kunststoffe in unsere Gewässer gelangen", sagt Mikyoung Kim von Greenpeace East Asia.

Aufbauend auf früheren Studien über Mikroplastik in Salz ist die aktuelle Studie die erste globale Studie, die weltweit den Zusammenhang zwischen Salz-Belastung und der jeweiligen Schadstoffbelastung vor Ort herstellt.

Die Studie hebt Asien als Hotspot für die globale Kunststoffverschmutzung hervor, was bedeutet, dass das Ökosystem und die menschliche Gesundheit in asiatischen Randmeeren aufgrund der starken Verschmutzung mit Mikrokunststoffen potenziell stärker gefährdet sein könnten. In einer indonesischen Meersalzprobe fanden die Forscher die höchsten Mengen an Mikrokunststoffen. Das Land gilt als zweitgrößter Plastik-Verschmutzer der Ozeane weltweit.

Bei einer Verzehr von 10 Gramm Salz pro Tag könnte ein durchschnittlicher Erwachsener jedes Jahr etwa 2.000 Mikrokunststoffteilchen zu sich nehmen. Selbst nach Abzug der hochkontaminierten indonesischen Salzprobe aus der Studie könnte der durchschnittliche Erwachsene immer noch viele hundert Plastikteilchen pro Jahr konsumieren.

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die menschliche Aufnahme von Mikrokunststoffen über den Verzehr von Meeresprodukten stark mit der Kunststoffverschmutzung in einer bestimmten Region zusammenhängt", sagt Professor Kim. Folgerichtig mahnen die Autoren der Studie, weltweit drastisch Kunststoffabfälle zu reduzieren.

Infos: https://www.greenpeace.org.

Link zur Studie: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.8b04180.

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