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Sea Explorers

Rubrik: Umwelt

Mehr große Fische im Meer zu lassen, reduziert CO2-Emissionen

Samstag, 31. Oktober 2020, 09:41

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat herausgefunden, dass das Zurücklassen von mehr großen Fischen im Meer die Menge an Kohlendioxid (CO2), die in die Erdatmosphäre freigesetzt wird, verringert

Thunfische

Großfische, die im Meer verbleiben dienen als Kohlenstoffsenke, Foto: © Enric Sala

Wenn ein Fisch im Ozean stirbt, sinkt er in die Tiefe und bindet dabei den gesamten Kohlenstoff, den er enthält. Dies ist eine Form von „blauem Kohlenstoff" – Kohlenstoff, der von den Ozean- und Küstenökosystemen der Welt eingefangen und gespeichert wird.

„Aber wenn ein Fisch gefangen wird, wird der darin enthaltene Kohlenstoff einige Tage oder Wochen später teilweise als CO2 in die Atmosphäre abgegeben", erklärt Gaël Mariani, Doktorand an der Universität Montpellier in Frankreich.

Mariani leitete eine weltweit erste Studie, die zeigt, wie die Meeresfischerei seit 1950 mindestens 730 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben hat. Im Jahr 2014 wurden schätzungsweise 20,4 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, was den jährlichen Emissionen von 4,5 Millionen Autos entspricht.

Co-Autor Professor David Mouillot vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James-Cook-Universität und der Universität Montpellier merkt an, dass der Kohlenstoff-Fußabdruck der Fischerei 25 Prozent höher ist als frühere Schätzungen der Industrie.

„Fischerboote produzieren Treibhausgase, indem sie Treibstoff verbrauchen. Und jetzt wissen wir, dass bei der Extraktion von Fisch zusätzliches CO2 freigesetzt wird, das sonst im Ozean gefangen bleiben würde", so Prof. Mouillot.

Große Fische wie Thunfisch, Haie, Makrelen und Schwertfisch enthalten etwa 10 bis 15 Prozent Kohlenstoff.

„Wenn diese Fische sterben, sinken sie schnell ab", erklärt Prof. Mouillot. „Infolgedessen wird der meiste Kohlenstoff, den sie enthalten, für Tausende oder sogar Millionen von Jahren am Meeresboden gebunden. Es handelt sich daher um Kohlenstoffsenken, deren Grösse noch nie zuvor geschätzt wurde".

Dieses Naturphänomen – eine blaue Kohlenstoffpumpe – wird zunehmend und stark durch die industrielle Fischerei gestört.

Die Autoren sagen auch, dass dieses Phänomen bisher nicht nur übersehen wurde, sondern dass es in Gebieten auftritt, in denen die Fischerei wirtschaftlich nicht rentabel ist: im Zentralpazifik, im Südatlantik und im Nordindischen Ozean.

„Fischerboote fahren manchmal in sehr abgelegene Gebiete – mit enormem Treibstoffverbrauch – obwohl der Fisch, der in diesen Gebieten gefangen wird, nicht rentabel ist und die Fischerei nur dank Subventionen rentabel ist", sagt Mariani.

Für die Autoren der Studie sprechen die neuen Daten nachdrücklich für eine vernünftigere Fischerei.

„Die Vernichtung der blauen Kohlenstoffpumpe, die durch große Fische repräsentiert wird, legt nahe, dass neue Schutz- und Managementmaßnahmen ergriffen werden müssen, damit mehr große Fische eine Kohlenstoffsenke bleiben können und nicht länger zu einer zusätzlichen CO2-Quelle werden. Auf diese Weise reduzieren wir die CO2-Emissionen weiter, indem wir weniger Treibstoff verbrennen", so Mariani.

„Wir müssen besser fischen", fasst Prof. Mouillot zusammen.

Infos: https://www.coralcoe.org.au.

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