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Rubrik: Biologie

Neue entdeckte Art: Einsiedlerkrebs mit „Zuckerstangen-Beinen“

Montag, 13. Februar 2017, 10:56

Während eines Nachttauchgangs in der Karibik fotografierte Ellen Muller, eine Unterwasserfotografin, einen speziellen Riffhummer – einen “flaming reef lobster” (Enoplometopus antillensis). Als sie nach ihrem Tauchgang die Bilder genauer betrachtete, entdeckte sie im Hintergrund eines der Fotos einen sehr speziellen Einsiedlerkrebs

Candy Cane Crab

Candy Cane Crab (Pylopaguropsis mollymullerae), Foto: Ellen Muller (Screenshot Video)

Sie schickte die Fotos zu Rafael Lemaitre vom Smithsonian Institution National Museum of Natural History (USA), der bestätigte, dass es sich tatsächlich um eine neue Art handelt. Lemaitre hat kürzlich in der Zeitschrift Zoo Keys eine Studie über die neue Art veröffentlicht. Aufgrund der Tatsache, dass die Beine des Einsiedlerkrebses ähnlich gestreifter Zuckerstangen aussehen wurde die Krebs “Candy Cane Crab” getauft. Für den wissenschaftlichen Namen “bediente” sich Muller beim Namen ihrer Enkelin Molly: Pylopaguropsis mollymullerae – um das Mädchen dazu zu inspirieren, „die Tradition des Schutzes der erstaunlichen und zerbrechlichen Vielfalt des Meereslebens in Bonaire fortzusetzen“.

Der Einsiedlerkrebs ist neu für die Wissenschaft, und eine Reihe von Fragen haben sich bereits aufgetan. Zum Beispiel ist seine rechte Schere außergewöhnlich groß im Vergleich zu seinem Körper. Die Unterseite der Klaue ist tief gewölbt und ähnelt damit fast einer Schaufel. Die genaue Funktion der Zange und Klaue bzw. warum diese so außergewöhnlich geformt sind, ist derzeit unbekannt.

Krabben- und hummertypisch scheint die neu entdeckte Art gerne in Höhlen zu wohnen – möglicherweise sogar in einer Art Symbiose mit Muränen. In mindestens einem Fall wurde eine “Candy Cane Crab” gesehen, die auf dem Körper einer Muräne (Channomuraena vittata) saß, möglicherweise “speiste” sie Substanzen wie z.B. den Hautschleim direkt vom Muränenkörper. Könnte dies ein Hinweis auf eine symbiotische Beziehung zwischen den beiden Arten sein? Oder war der Krebs dabei, Parasiten oder andere nahrhafte Überreste vom Körper der Muräne zu “pflücken”. Wenn ja, wäre dies die erste Dokumentation eines Einsiedlerkrebses, der an einer solchen Rolle beteiligt ist.

Link zur Studie: http://zookeys.pensoft.net/articles.php?id=11132.

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