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Rubrik: Umwelt

Neue Studie wirft umfassenden Blick auf die Meeresverschmutzung

Mittwoch, 16. Dezember 2020, 10:06

Eine neue Studie zeigt, dass die Verschmutzung der Meere ein komplexer Mix aus Chemikalien und Materialien ist, der hauptsächlich vom Land stammt und weitreichende Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit hat

Meeresverschmutzung

Meeresverschmutzung, Foto: © Tom Kleindinst/Woods Hole Oceanographic Institution

Meeresverschmutzung ist weit verbreitet, wird immer schlimmer und wird in den meisten Ländern nur unzureichend kontrolliert, wobei die überwiegende Mehrheit der Schadstoffe vom Land stammt. Das ist die Schlussfolgerung einer neuen Studie einer internationalen Koalition von Wissenschaftlern, die einen genauen Blick auf die Quellen, die Verbreitung und die Auswirkungen der weltweiten Meeresverschmutzung wirft.

Die Studie ist die erste umfassende Untersuchung über die Auswirkungen der Meeresverschmutzung auf die menschliche Gesundheit. Sie wurde am 3. Dezember 2020 in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Annals of Global Health veröffentlicht.

„Diese Arbeit ist Teil einer globalen Bemühung, Fragen im Zusammenhang mit den Ozeanen und der menschlichen Gesundheit anzugehen", sagt der Toxikologe John Stegeman von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), der Zweitautor der Studie ist.

Der Ozean ist er bedroht, vor allem durch menschliche Aktivitäten. Die Studie, die sich auf 584 wissenschaftliche Studien und unabhängige Berichte stützt, untersucht sechs Hauptverschmutzungen: Plastikmüll, Ölverschmutzungen, Quecksilber, Chemikalien, Pestizide und Nährstoffe sowie biologische Bedrohungen wie schädliche Algenblüten und Krankheitserreger.

Die Studie stellt fest, dass die chemische Verschmutzung der Ozeane eine komplexe Mischung von Substanzen ist, von denen mehr als 80 % aus landgestützten Quellen stammen. Diese Verunreinigungen gelangen über Flüsse, Oberflächenabfluss, atmosphärische Ablagerungen und direkte Einleitungen in die Ozeane und sind oft am stärksten in Küstennähe und am stärksten an den Küsten von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen konzentriert. Zu den Gewässern, die am stärksten von der Meeresverschmutzung betroffen sind, gehören das Mittelmeer, die Ostsee und asiatische Flüsse. Für die vielen Ökosysteme im Meer, auf die der Mensch angewiesen ist, werden diese Auswirkungen durch den globalen Klimawandel noch verschärft. Laut den Forschern hat all dies zu weltweiten Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit geführt, die überproportional auf die gefährdeten Bevölkerungsgruppen im globalen Süden fallen.

Plastikmüll

Angespülter Plastikmüll am Sylter Weststrand, Foto: © Olaf Klodt

In einer Einleitung, die in den Annals of Global Health abgedruckt ist, weist Fürst Albert von Monaco darauf hin, dass ihre Analyse nicht nur ein globaler Weckruf ist, sondern auch ein Aufruf zur Mobilisierung der globalen Entschlossenheit, die Meeresverschmutzung einzudämmen und noch größere wissenschaftliche Anstrengungen zu unternehmen, um ihre Ursachen, Auswirkungen und Heilmittel besser zu verstehen.

„Über den Zusammenhang zwischen Meeresverschmutzung und menschlicher Gesundheit gab es lange Zeit nur sehr wenige Studien", sagt er. „Wenn man die Auswirkungen der Meeresverschmutzung – durch Plastik, Wasser- und Industrieabfälle, Chemikalien, Kohlenwasserstoffe, um nur einige zu nennen – auf die menschliche Gesundheit berücksichtigt, sollte diese Bedrohung dauerhaft in die internationale wissenschaftliche Arbeit einbezogen werden."

Der Bericht schließt mit einer Reihe von dringenden Empfehlungen.Er fordert den Ausstieg aus der Kohleverbrennung, das Verbot jeglicher Verwendung von Quecksilber, das Verbot von Einwegplastik, die Kontrolle der Einleitungen in die Küstengewässer und die Reduzierung des Einsatzes von Pestiziden und Düngemitteln. Er argumentiert, dass nationale, regionale und internationale Programme zur Kontrolle der Meeresverschmutzung auf alle Länder ausgedehnt und, wo nötig, von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden müssen. Er fordert eine robuste Überwachung aller Formen der Meeresverschmutzung. Er appelliert auch an die Bildung großer, neuer Meeresschutzgebiete, die kritische Ökosysteme sichern, gefährdete Fischbestände schützen und letztlich die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen verbessern.

Am dringendsten fordert der Bericht die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, die nahezu existenziellen Bedrohungen durch die Meeresverschmutzung zu erkennen, die wachsenden Gefahren für die Gesundheit der Menschen und des Planeten anzuerkennen und mutige, evidenzbasierte Maßnahmen zu ergreifen, um die Meeresverschmutzung an ihrer Quelle zu stoppen.

„Das Wichtigste bei der Meeresverschmutzung ist, dass sie, wie alle Formen der Verschmutzung, durch Gesetze, Politik, Technologie und Durchsetzungsmaßnahmen, die auf die wichtigsten Verschmutzungsquellen abzielen, verhindert werden kann", sagt Professor Philip Landrigan vom Boston College, Hauptautor der Studie. „Viele Länder haben diese Instrumente eingesetzt und erfolgreich verschmutzte Häfen gereinigt, Flussmündungen verjüngt und Korallenriffe wiederhergestellt. Die Ergebnisse waren ein verstärkter Tourismus, wiederhergestellte Fischereien, verbesserte menschliche Gesundheit und wirtschaftliches Wachstum. Diese Vorteile werden für Jahrhunderte anhalten."

Infos: https://www.whoi.edu.

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