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Rubrik: Umwelt

Ölteppich erstickt Artenvielfalt in Timorsee

Freitag, 23. Oktober 2009, 17:40

Eine WWF-Expedition untersucht ökologische Schäden nach Australiens größter Öl-Katastrophe

Ölverschmutzte Timorsee, © Kara Burns/WWF

Ölverschmutzte Timorsee, © Kara Burns/WWF

Mehr als zwei Millionen Liter Rohöl sind seit dem Bohrunfall auf einer australischen Förderplattform in der Timorsee bisher ausgetreten und bedrohen eine der artenreichsten marinen Ökoregionen Australiens. Eine dreitägige Forschungsexpedition des WWF in die Unglücksregion erfasste Hunderte von Delfinen, Seevögeln und Meersschildkröten inmitten des giftigen Ölteppichs 200 Kilometer vor der Küste. Innerhalb von zwei Monaten scheiterten drei Versuche, das Leck an der Plattform zu schließen.

Nach Schätzungen der Betreiber treten in der ökologisch sensiblen Region weiterhin täglich ungehindert 300-400 Barrel Öl aus."Die Tierwelt dieser artenreichen Region stirbt schon jetzt, kritisch sind aber vor allem die langfristigen Schäden, die ein solch massiver und dauerhafter Ölaustritt verursacht" sagt Stephan Lutter, Experte für Meeresschutz des WWF. „Öl kann still und langsam töten, die Nachwirkungen der Exxon-Valdez Katastrophe sind noch heute zu erkennen." In der untersuchten Region sind mindestens fünf Arten von Meeressäugern, 17 Seevogelarten und Meeresreptilien wie die vom Aussterben bedrohen Echten Karettschildkröten und australische Suppenschildkröte der tödlichen Gefahr ausgesetzt.

Der WWF warnte, dass die steigende Anzahl von Offshore Öl- und Gasförderungen in sensiblen Regionen wie der Timorsee ein unkalkulierbares Risiko für das marine Leben darstelle. Auch mit den aktuellen Erweiterungsplänen der Öl- und Gasförderung im Nord-Ost Atlantik und in der Barentssee sei eine gesteigerte Unfallgefahr verbunden, die alle nordeuropäischen Anrainerstaaten betreffe. „In den hiesigen Konfliktzonen wie der Barentssee und der Norwegischen See muss Naturschutz Priorität vor kurzfristigen Förderinteressen bekommen, um industrielle Schäden am Ökosystem Meer zu vermeiden" sagte Stephan Lutter. Entscheidend sei außerdem eine konsequente Einhaltung der bestehenden Vorschriften. Infos: www.wwf.de.

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