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Rubrik: Umwelt, Wissenschaft

Ostsee in Atemnot

Mittwoch, 16. September 2009, 11:17

Die Ostsee ist nicht nur das zweitgrößte Brackwassermeer weltweit, sie ist auch ein Meer mit ernsten Umweltproblemen. Ab Wassertiefen von 90 bis 110 Metern fehlt jeglicher Sauerstoff. Über 45.000 Quadratkilometer Meeresboden sind komplett sauerstofffrei, mit erheblichen Konsequenzen für die marine Lebewelt

Das Forschungsschiff "ALKOR", Foto: IFM-GEOMAR

Das Forschungsschiff "ALKOR", Foto: IFM-GEOMAR

Am 18. September startet das Kieler Forschungsschiff „ALKOR" zu einer Expedition ins östliche Gotland-Becken, um dort in Wassertiefen von 60 bis 250 Metern den Umsatz beziehungsweise die Verteilung von Stickstoffverbindungen, Phosphaten, Eisen, Mangan und Kohlenstoff bei verschiedenen Sauerstoffkonzentrationen am Meeresboden zu messen und die jeweiligen Auswirkungen auf das Ökosystem zu untersuchen. „Wenn wir die Kreisläufe der Nährstoffe besser verstehen, können wir in Zukunft zum Beispiel besser vorhersagen, wann und warum giftige Blaualgen massenweise in der zentralen Ostsee auftreten", erklärt der wissenschaftliche Fahrtleiter, Dr. Olaf Pfannkuche vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Für Messungen am Meeresboden werden unter anderem drei am IFM-GEOMAR in Kiel entwickelte sogenannte LANDER-Systeme eingesetzt. Dabei handelt es sich um Großgeräte, die mit Hilfe von Videokameras präzise auf dem Meeresboden abgesetzt werden können und dort autonom Messungen und Experimente durchführen. Nach Abschluss der Messungen löst ein Signal vom Forschungsschiff die Verankerung und die LANDER schwimmen zur Wasseroberfläche auf, wobei die Wasser- und Sedimentproben mitgebracht werden.

Das Arbeitsgebiet der Expedition in der Ostsee

Das Arbeitsgebiet der Expedition in der Ostsee

Das wissenschaftliche Team der Expedition, die offiziell die Bezeichnung AL 346 trägt und bis zum 6. Oktober dauern soll, setzt sich aus Forschern des IFM-GEOMAR sowie einigen Kollegen aus Dänemark und Schweden zusammen. Infos gibt es auf der Expeditionsseite der Homepage des IFM-GEOMAR.

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