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Rubrik: Wissenschaft

Roboter gegen Dornenkronen

Dienstag, 15. September 2015, 09:18

Dornenkronenseesterne sind für Korallenriffe eine echte Plage – so auch in Australien. Sie ernähren sich von Korallen und werden für etwa 40 Prozent der Korallenverluste am berühmten Great Barrier Riff verantwortlich gemacht. Australische Wissenschaftler wollen den gefräßigen Dornenkronen jetzt mit Hightech zu Leibe rücken

"COTSbot" im Einsatz

„COTSbot" im Einsatz, Bildmontage: © QUT Media

Dr. Matthew Dunbabin und Dr. Feras Dayoub von der Queensland University of Technology in Brisbane haben einen UW-Roboter entwickelt, der den Dornenkronen den Garaus machen soll und „COTSbot“ getauft wurde. Der Roboter verfügt über stereoskopische Kameras, ein GPS gestütztes Navigationssystem, fünf Antriebs- und Steuerungskomponenten und eine einzigartige pneumatische Injektionsnadel, die tödliches Gallensalz injizieren soll.

„Taucher machen einen herausragenden Job, indem sie die Dornenkronenseesterne massenweise von betroffenen Riffstellen absammeln. Aber es gibt nicht genug Taucher, um alle Dornenkronen-Ansammlungen des Great Barrier Riffs zu entfernen“, so Dr. Dunbabin.

Zukünftig soll der Roboter bei der Entfernung der Dornenkronen in einem beliebigen betroffenen Areal als Erstes zum Einsatz kommen. Der „COTSbot“ kann das Riff über einen Zeitraum von bis zu acht Stunden nach Dornenkronen durchsuchen und während dieser Zeit bis zu 200 tödliche Injektionen verabreichen. Ein paar Tage später kommen dann Taucher zum Einsatz, die die überlebenden Dornenkronen einsammeln. Gedacht ist daran, gleich eine ganze Flotte von Robotern einzusetzen. Vorteil: Roboter arbeiten Tag und Nacht bei jedem Wetter. Der „COTSbot“ navigiert dabei konstant und autonom in einer Höhe von einem Meter über dem Riff.

Der „COTSbot“ ist ein autonomes Unterwasserfahrzeug der modernsten Generation: ein selbstlernender Roboter. Die australischen Wissenschaftler haben den Robotern in den letzten sechs Monaten mit Hilfe von tausenden von Fotos und UW-Filmen beigebracht, Dornenkronen in Korallenriffen zu erkennen. Das funktioniert so: Wenn ein Roboter unsicher ist, ob ein Objekt unter Wasser tatsächlich ein Dornenkronenseestern ist, macht er ein Foto, das später von einem Menschen verifiziert wird. Das entsprechende Ergebnis wird in das digitale Gedächtnis des Roboters eingespeist.

Für den Roboter steht noch in diesem Monat direkt am Great Barrier Riff ein Testeinsatz an, bei dem die Entscheidungen des Roboters vor dem tatsächlichen Setzen der Injektion von einem Wissenschaftler überprüft werden. Ein realer Einsatz zum autonomen Aufspüren und Töten der Dornenkronen ist für Dezember 2015 geplant. Infos: www.qut.edu.au.

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