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Rubrik: Umwelt

Schluss für Fäkalienabwässer aus der Ostsee-Passagierschifffahrt

Freitag, 6. Mai 2016, 11:27

Die Ostsee kann künftig aufatmen: Kreuzfahrtschiffe und Fähren dürfen ab 2019 keine unzureichend gereinigten Abwässer mehr in die Ostsee einleiten. Dies beschloss die IMO (International Maritime Organisation) am Freitag, den 22. April 2016 in London

MS Astor

Kreuzfahrtschiffe wie die" MS ASTOR“ – hier auf dem Hamburger Hafengeburtstag 2013 – dürfen in Zukunft nur noch geklärte Abwässer in die Ostsee einleiten, Foto: © Olaf Klodt

Der WWF begrüßt den Beschluss als überfälligen Meilenstein für den Ostseeschutz. „Endlich wird der Einleitung von unzureichend geklärten Abwässern aus Passagierschiffen in die Ostsee ein Riegel vorgeschoben. Das verbindliche Schlussdatum ist eine Erleichterung für die Menschen an der Ostsee und für das Ökosystem“, so Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros.

Für Schiffsneubauten tritt das Verbot ab Juni 2019 in Kraft, für bereits in Betrieb genommene Schiffe gilt es ab 2021. Für russische Gewässer wurde eine Sonderfrist bis 2023 eingeräumt. Der WWF schließt sich der Aufforderung der IMO, diese Regeln freiwillig ab sofort umzusetzen, an: „Wir hoffen, dass Reedereien und Häfen nun keine Zeit mehr verlieren, sondern mit Hochdruck an Fertigstellung der Anlagen an Bord und der Entsorgungsstruktur an Land arbeiten“, so WWF-Experte Lamp weiter. Um das nun beschlossene verbindliche Schlussdatum wurde noch jahrelang gerungen, obwohl sich die IMO ursprünglich bereits auf ein Verbot ab 2016 geeinigt hatte.

80 Millionen Passagiere bereisen jedes Jahr die Ostsee auf Kreuzfahrtschiffen und Passagierfähren. Ein Viertel aller an Bord produzierten Abwässer entsteht auf internationalen Kreuzfahrtschiffen und wird zum Großteil in die Ostsee entsorgt, ohne dass darin enthaltene Nährstoffe entfernt werden. So eingeleiteter Stickstoff und Phosphat beschleunigen die Überdüngung der Ostsee. In der Folge bilden sich Algenteppiche und sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden, so dass biologischer und wirtschaftlicher Schaden für die Meeresumwelt und Küstengebiete entsteht.

Infos: www.wwf.de.

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