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Rubrik: Umwelt

Südafrika: Todesfalle für Delphine entschärft

Dienstag, 7. Mai 2019, 10:53

Das gefährlichste Hainetz an der Küste von Südafrika ist abgebaut. Viele Jahre stand das auch „net 99“ genannte Stellnetz vor Richards Bay in KwaZulu-Natal. Dort sollte es Surfer und Schwimmer vor Haiangriffen schützen. In den vergangenen zehn Jahren starben allein in diesem Netz 15 vom Aussterben bedrohte Bleifarbene Delphine. Gleichzeitig wehrte „net 99“ nur einen einzigen für Menschen potentiell gefährlichen Hai ab. Jetzt wurde das Netz durch vier Köderhaken (Drumlines) ersetzt

Bleifarbener Delphin

Junger Bleifarbener Delphin, Foto: © Brett Atkins

„Der Abbau dieses Netzes ist ein großartiger Erfolg der beharrlichen Arbeit, der von uns unterstützten südafrikanischen Meeresbiologin Shanan Atkins. Jetzt werden spürbar weniger Bleifarbene Delphine ihren Besuch an der Küste bei Richards Bay mit dem Leben bezahlen“, erklärt der Biologe Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

Scheue Küstendelphine
Man weiß nicht viel über das Leben der zu den Buckeldelphinen zählenden Bleifarbenen Delphine, obwohl sie extrem küstennah leben. Oft sieht man die scheuen Tiere in nur 25 m Entfernung von der Küste. In Südafrika sind sie die am stärksten vom Aussterben bedrohten Meeressäuger. An der Ostküste, entlang der Küste der Provinz KwaZulu-Natal, soll es nur noch etwa 200 Individuen geben. In ganz Südafrika sind es noch etwa 500. Bleifarbene Delphine vermehren sich nur sehr langsam. Die von Hainetzen verursachten Beifangverluste tragen maßgeblich zum Rückgang der Population dieser Delphinart in Südafrika bei.

Bleifarbener Delphin in Hainetz

Bleifarbener Delphin wird aus Hainetz geborgen, Foto: © Brett Atkins

Aktuell gibt es in KwaZulu-Natal 37 Strände vor denen Hainetze stehen. Die höchsten Delphin-Beifangraten gibt es seit Jahren vor Richards Bay. Berechnungen von Shanan Atkins zeigen, dass hier ca. 60 % aller Todesfälle auftreten, denn das Gebiet hat eine hohe Attraktivität für Bleifarbene Delphine. Von ganz besonderer Gefährlichkeit erwies sich dabei das jetzt abgebaute „net 99“. Dabei wird der Strand vor dem dieses Hainetz installiert war, nur von wenigen Menschen genutzt.

Bleifarbener Delphin

Bleifarbener Delphin, Foto: © Brett Atkins

Drumlines sind keine langfristige Lösung
Durch die jetzt angebrachten Köderhaken wird es einen signifikanten Rückgang des Beifangs von Delphinen, kleineren Haien, Rochen, Meeresschildkröten und Fischen geben. „Auch Köderhaken sind natürlich keine abschließend zufriedenstellende Lösung. Denn sie fangen immer noch große Haie. Unser Ziel ist es, dass auch sie verschwinden“, verdeutlicht Karlowski. Derzeit sind vor Richards Bay noch vier Hainetze und neun Köderhaken installiert.

Schutzprojekt für Bleifarbene Delphine
Die GRD unterstützt seit 2017 die von Shanan Atkins gegründete Delphinschutzinitiative Humpback Dolphin Research (HDR). Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, dass alle Hainetze an den Stränden der Provinz KwaZulu-Natal abgebaut und durch nicht-tödliche Strandschutzmaßnahmen ersetzt werden.

Infos: https://www.delphinschutz.org/projekte/suedafrika/.

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