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Rubrik: Biologie

Tiefsee-Oktopus: Dumbo beim Schlüpfen gefilmt

Samstag, 24. Februar 2018, 10:17

Mit ihren grossen Flossen erinnern Dumbo-Oktopoden an die riesigen Ohren von Disneys gleichnamigem Elefanten. Forscher konnten jetzt beobachten, wie so ein Tier aus dem Ei schlüpft

Dumbo-Oktopus

Frisch geschlüpft: der Dumbo kurz nach dem Verlassen der Eikapsel, Foto: © Timothy M. Shank, Woods Hole Ozeanographische Institution

Während einer Expedition zur Erkundung einer Kette von Unterwasserbergen vor der US-Ostküste im Jahr 2005 hatten Forscher die Gelegenheit, einen Dumbo-Oktopus zu beobachten und zu filmen, der gerade aus dem Ei schlüpft. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden jetzt in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht.

„Es war das erste Mal, dass ein solcher Tiefsee-Oktopus direkt während des Schlüpfens beobachtet wurde", sagt Liz Shea vom Delaware Museum of Natural History und Hauptautorin der Studie. Zum Team gehörten auch Wissenschaftler der Universität Bonn, des Universitätsklinikums Münster und der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI).

Das Oktopus-Ei, das an einem Kaltwasserkorallenzweig befestigt war, wurde an Bord des US-Forschungsschiffes „Ronald H. Brown gebracht“. An Korallenzweig hatte ein Weibchen anscheinend ihre Eihüllen befestigt. Ein ferngesteuertes Fahrzeug sammelte die Korallenprobe in einer Tiefe von fast 2.000 Metern.

„Es war eine einzigartige Beobachtung, ein Wendepunkt, der das erste Licht auf einen völlig unbekannten Teil des Lebenszyklus von Dumbo-Oktopoden in der Tiefsee wirft", so Tim Shank, Tiefseebiologe beim WHOI und Mitautor der Studie.

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Video-Link: https://vimeo.com/255116280

Nachdem die Forscher den kleinen Tintenfisch nach dem Schlüpfen in einen Behälter mit Meerwasser gelegt hatten, waren die Forscher überrascht, als sie sahen, dass das Tier sofort damit begann, seine Flossen synchron zu bewegen.

„Wie das Video von Dr. Shank zeigt, verhält sich der Dumbo-Oktopus sofort wie ein erwachsenes Tier, das llerdings etwa zehnmal so groß ist", erklärt Mitautor Alexander Ziegler vom Institut für Evolutionsbiologie und Ökologie der Universität Bonn.

Um mehr über dieses seltene Exemplar zu erfahren, haben Mitglieder des Forschungsteams des Universitätsklinikums Münster mit einem hochauflösenden Magnetresonanztomographen einen Blick ins Innere geworfen. Mit Hilfe von MRT-Aufnahmen erstellten die Forscher ein interaktives dreidimensionales Modell der inneren Organe des kleinen Tiefsee-Oktopus.

„Besonders auffällig war ein großer Dottersack, der direkt nach dem Schlupf als Nährstoffquelle dient, bis das Jungtier selbstständig winzige Krebstiere in der Tiefsee fangen kann", erklärt Dr. Ziegler.

Aufgrund der Größenverhältnisse und der Form der inneren Organe konnte das seltene Exemplar der Dumbo-Oktopusgattung Grimpoteuthis zugeordnet werden. „Leider war es aber nicht möglich, die Art zu bestimmen, weil Ei und Jungtier zu einer Art gehören können, die der Wissenschaft noch unbekannt ist", sagt Shea.

Das Wissenschaftler mahnen, dass ihre Studie die Bedeutung des Schutzes dieses sensiblen Tiefsee-Lebensraumes betont, der noch weitgehend unbeerforscht ist. Schleppnetzfischerei und Tiedseebergbau gefährden den Lebensraum der Tiefseekorallen und aller mit diesen verbundenen Organismen.

Infos: www.whoi.edu.

Link zur Studie: www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(18)30034-4.

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