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Rubrik: Umwelt

Trotz Erderwärmung: Riffe könnten sich verändern aber erhalten bleiben

Freitag, 9. Juni 2017, 09:11

Die Zukunft der Korallenriffe der Welt ist bedroht, aber es ist nicht zu spät, sie zu retten so das Fazit einer neuen umfangreichen Studie, die kürzlich in der renommierten Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler postulieren, dass sich die Riffe, wir sie heute kennen, schnell verändern, da sie den kombinierten Auswirkungen der globalen Erwärmung, der Überfischung und der Meeresverschmutzung ausgesetzt sind

Geschwächtes Riff

Geschwächtes Riff, Foto: © Terry Hughes

„Die Riffe der Zukunft werden sich radikal von denen von heute und von vor 30 Jahren unterscheiden", so Professor Terry Hughes, Direktor des ARC Center of Excellence for Coral Reef Studies (Coral CoE). Er leitete die Studie über die Zukunft der Riffe. „Aber wenn wir sofort die richtigen Schritte machen, können den Riffen eine Zukunft geben – und das müssen wir auch – und erkennen, dass die Möglichkeit, sie in ihrem früheren Zustand wiederherzustellen, nicht mehr gegeben ist."

„Die gegenwärtigen Ansätze zum Schutz von Korallenriffen scheitern, weil wir zu oft die wirklichen Gründe für ihren Niedergang ignorieren", sagt Koautor Josh Cinner vom Coral CoE. „Die Riffe leiden gleichzeitig unter Baggerarbeiten, Überanstrengung, Verschmutzung, Abwasser, Sedimenten und stetig ansteigenden Temperaturen", ergänzt Koautor Jeremy Jackson, vom Smithsonian Tropical Research Institute.

Diese Kombination verschiedener Einflüsse verändert die Lebensräume und die dort ansässigen Artenmischungen rasch. Um diesen raschen Wandel zu verstehen und positiv zu beeinflussen sei ein radikales Umdenken veon Wissenschaft und Riff-Management erforderlich, so die Studie.

„Wir können nicht jede Art retten oder die Zeit zurückdrehen", erklärte Prof. Hughes. „Die Herausforderung besteht darin, Riffe in die Zukunft zu lenken, um sicherzustellen, dass sie voll funktionsfähig bleiben und so weiterhin den Lebensunterhalt und das Wohlergehen von Millionen von Menschen sichern, die von ihnen abhängen."

Professor Steve Palumbi, Direktor der Hopkins Marine Station der Stanford University, fügt hinzu: „Korallen-Arten selbst verändern sich, entwickeln sich weiter und passen sich im großen Maßstab Veränderungen an. Ihre Fähigkeit, sich schnell anzupassen, ist ein Vorteil für uns – die Korallen, die auf wärmeren Riffen leben, können jetzt besser für zukünftige Bedingungen vorbereitet sein."

„Allerdings, die Zeit läuft uns davon", so die Wissenschaftler. „Ein Grad durchschnittliche globale Erwärmung hat bereits drei globale Korallenbleichen verursacht, so dass ein Anstieg von 1,5 oder 2°C die Riffe in den nächsten Jahrhunderten radikal verändern wird."

Die Forscher setzen große Hoffnungen in das Pariser Klimaschutzabkommen, das den globalen Temperaturanstieg und die Ozeanversauerung begrenzen soll. Prof. Hughes unterstreicht die Bedeutung des Abkommens für die Riffe: „Sie werden anders sein, aber als Korallenriffe erkennbar sein. Wenn das Pariser Abkommen jedoch scheitert, werden die Korallenriffe, wie wir sie heute kennen, zerstört."

Infos: www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: www.nature.com/nature/journal/v546/n7656/full/nature22901.html.

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