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Rubrik: Biologie

Trübes Wasser macht Rifffische vorsichtiger

Donnerstag, 14. Februar 2019, 09:58

Wissenschaftler der James Cook University haben festgestellt, dass Fische ängstlicher und vorsichtiger werden, wenn die Wasserqualität durch Sedimente beeinträchtigt wird – ein Effekt, der das Wachstum und Gesundheit der Tiere beeinträchtigen könnte

Anemonenfisch

Anemonenfisch, Foto: © ARC CoE for Coral Reef Studies/Sofia Jain Schlaepfer

„Die Schwebstoffkonzentrationen in tropischen Küstengewässern sind in den letzten Jahrzehnten durch menschliche Aktivitäten stark angestiegen. Wir fragten uns, ob diese eingeschränkte Sicht die die Fische beeinträchtigt, insbesondere ihre Fähigkeit, Raubtieren zu entkommen", erklärt Jodie Rummer vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies.

Die Wissenschaftler unter der Leitung der Doktorandin Sybille Hess untersuchten die Reaktion von einmonatigen Schwarzflossen-Anemonenfischen auf einen simulierten Raubtierangriff, nachdem sie sieben Tage lang in einem sedimentgefüllten Becken gelebt hatten.

„Wir fanden heraus, dass die Fische schneller reagierten und in der Lage waren, sich effektiver von dem simulierten Raubtierangriff zu lösen als die im klaren Wasser lebenden. Das deutet darauf hin, dass die Fische aufgrund der geringeren Sichtweite in höchster Alarmbereitschaft sind", sagt Sybille Hess. Außerdem betont sie, dass die Fische in trübem Wasser auch weniger aktiv seien, wenn sie nach Nahrung suchen. Zudem meiden sie offene Bereiche. „Die schnelleren Reaktionen und die vorsichtigere Nahrungssuche erhöhen die Überlebensraten in Umgebungen mit schlechten Sichtverhältnissen, in denen Raubtiere vorhanden sind. Aber die Fische zahlen auch einen Preis“, so Hess.

Dr. Rummer erklärt, dass die Energie, die verbraucht wird, um Raubtieren zu entkommen, die verfügbare Energie für Wachstum, Erhaltung und Vermehrung reduziert. Das sei besonders schlecht für junge Rifffische, da die Überlebensrate in dieser kritischen Lebensphase ohnehin recht niedrig sei.

„Vorsichtigeres Verhalten, wie wir es in erhöhter Konzentration von Schwebstoffen beobachtet haben, kann nicht nur die Bewegung innerhalb ihres Heimatbereichs einschränken und möglicherweise ihren Zugang zu Nahrung einschränken, sondern auch die Fähigkeit von Jungfischen, eine geeignete Anemone zu finden, die sie zu Hause nennen können. Allein die dauerhafte eingeschränkte Sicht kann ausreichen, um Fische zu beeinträchtigen. Wenn sich Fische so fühlen, als wären sie ständig gefährdet, entzieht dieses wahrgenommene Risiko anderen wichtigen Aufgaben Energie – Nebenwirkungen können Wachstumsstörungen und ein geschwächtes Immunsystem sein", so Dr. Rummer.

Infos: https://www.coralcoe.org.au.

Link zur Studie: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00338-018-01757-6.

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