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Rubrik: Biologie

Wasserspitzmaus ist Schweizer Tier des Jahres

Freitag, 8. Januar 2016, 09:59

Eine tauchende Maus, die ihre Beute mit giftigem Biss lähmt: Mit der Wasserspitzmaus (Neomys fodiens) kürt die Schweizer Umweltorganisation Pro Natura eine außergewöhnliche Bachbewohnerin zum Tier des Jahres 2016. Mit dieser Wahl ruft Pro Natura zum besseren Schutz von Gewässerräumen vor Verbauung und Verschmutzung durch Pestizide und Düngemittel auf

Wasserspitzmaus

Tauchende Wasserspitzmaus, Foto: © Screenshot YouTube-Video

Unerschrocken stürzt sich der pelzige Winzling ins Wasser, taucht bis zum Grund und stochert kopfüber mit spitzer Schnauze zwischen Steinen nach Leckerbissen. Die Lebensweise der Wasserspitzmaus verblüfft: Seine Nahrung erbeutet das kleine Säugetier mehrheitlich schwimmend und tauchend. Der niedliche Eindruck täuscht allerdings: Seine Opfer lähmt es mit einem giftigen Biss.

Auf sauberes Wasser angewiesen
Die Wasserspitzmaus lebt an kleinen bis mittleren Wasserläufen und stehenden Gewässern in der ganzen Schweiz. Sie ist auf sauberes, sauerstoffreiches Wasser angewiesen, in dem sie ein reich gedecktes Unterwasserbuffet vorfindet – Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken, Muscheln, gelegentlich auch kleine Fische. Natürliche Ufer mit dichtem Bewuchs, unterspülten Bereichen, Baumwurzeln oder Steinblöcken bieten dem scheuen Kleinsäuger überlebenswichtige Deckung vor seinen Feinden wie etwa der Schleiereule, dem Reiher, dem Wiesel oder dem Fuchs.

Pestizide – die lautlose Gefahr
Keine Deckung gibt es für die flinke Taucherin vor einer weniger offensichtlichen Gefahr: vor Pestiziden im Wasser. Diese gelangen aus der landwirtschaftlichen Produktion in die Bäche. Schweizweit werden jährlich rund 2000 Tonnen solcher so genannter „Pflanzenschutzmittel“ auf Äcker, Wiesen, Weinreben oder in Obstplantagen ausgebracht. Mit dem Regenwasser gelangt ein Teil davon in die Gewässer. Mit der Wahl einer Bachbewohnerin zum Tier des Jahres macht Pro Natura auf den besorgniserregenden Pestizidcocktail besonders in den kleineren und mittleren Fließgewässern aufmerksam und ruft zum besseren Schutz von Gewässern und deren Ufer auf.

Eine Maus, die keine ist
Die Wasserspitzmaus ist die größte von elf einheimischen Spitzmausarten. Sie misst ohne Schwanz sechs bis zehn Zentimeter und wiegt 10 bis 20 Gramm. Ihr Pelz ist zweifarbig mit hellem Bauch und schiefergrauem bis schwarzem Rücken. Zur Orientierung verlässt sie sich vor allem auf ihren guten Riecher und die Tasthaare an ihrem beweglichen Rüssel. Mit den „echten“ Mäusen ist die Wasserspitzmaus trotz ihres Namens nicht näher verwandt. Während die eigentlichen Mäuse zur Ordnung der Nagetiere gehören und sich vorwiegend pflanzlich ernähren, zählen Spitzmäuse zur Ordnung der Insektenfresser. Ihre nächsten Verwandten sind Maulwürfe und Igel. Infos: www.pronatura.ch.

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