TauchJournal - abtauchen im netz
RSS-Feed TauchJournal aud Facebook
» News » Umwelt » Weltfischereitag: WWF warnt vor illegaler Fischerei

Rubrik: Umwelt

Weltfischereitag: WWF warnt vor illegaler Fischerei

Samstag, 21. November 2015, 11:44

Anlässlich des heutigen Weltfischereitags warnt der WWF vor den Schäden, die illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei in Weltmeeren und Küstengemeinden anrichtet

Roter Thunfisch

Roter Thunfisch, Foto: © Brian J. Skerry/National Geographic/WWF

„Piratenfischerei durchzieht die Meere und den Markt. Etwa jeder fünfte Fisch weltweit stammt aus illegalem Fang“, verdeutlicht Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF die Dimension der marinen Wilderei. Mit Verkauf des illegal gefangenen Fisches werden nach Schätzungen weltweit bis zu 19 Milliarden Dollar pro Jahr erzielt. Ein großer Anteil an diesem finanziellen Schaden geht zulasten der Entwicklungsländer. Denn neben der Fischerei auf hochpreisige Fische wie Schwertfisch oder Thunfisch sind von illegaler Fischerei insbesondere Küstenstaaten betroffen, die das Meer vor ihrer Haustür nicht kontrollieren können. Illegale Fischerei grassiert beispielsweise vor Westafrika sowie vor den Küsten Thailands und Indonesiens. In den letzten Monaten haben Palau und Indonesien der illegalen Fischereiden Kampf angesagt und aufgebrachte Fischerboote versenkt.

Gerade in Ländern, wo viele Menschen direkt von der Küstenfischerei abhängig sind, gefährdet das Plündern der Fischbestände Nahrungsquellen, Einkommen und Arbeitsplätze. Kleine Küstenfischer können nicht mit den Top-Trawlern aus China, Taiwan oder der EU konkurrieren. Schon gar nicht, wenn die großen Fangschiffe illegal in Gebieten operieren, die eigentlich für lokale Kleinfischer reserviert sind“, so Schacht. Fischerei, die sich nicht an Lizenzen, Höchstfangmengen und Schutzzonen hält und nicht registriert ist, unterläuft den Kampf gegen Überfischung, weil sie Fischbestände zu stark plündert und Bestandsdaten verfälscht.

Wer gern Fisch isst, sollte daher laut WWF auf Produkte aus nachhaltigen Quellen setzen. Das gilt insbesondere in der EU, die der weltgrößte Importmarkt für Fisch ist. „Verbraucher haben keine Möglichkeit zu erkennen, ob ihr Fisch legal gefangen wurde. Zertifizierte Ware bietet dafür die größte Sicherheit, weil der Fisch bis zum Schiff zurückzuverfolgen ist“, so Fischereiexpertin Schacht. Auch regionale Angebote wie Nordseehering und sowie Dorsch und Sprotte aus der Ostsee empfiehlt der WWF. Eine grundsätzliche Orientierung an der Fischtheke bieten die Umweltsiegel von MSC für Wildfisch sowie Naturland, Bioland und das ASC-Siegel für Produkte aus verantwortungsvoller Aquakultur. Infos: www.wwf.de.

Schlagwörter: ,

Kurzlink:


TauchJournal-News per Mail abonnieren

RSS-Feed abonnieren RSS-Feed

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ANZEIGE Mares

Hitzewellen können Küstenökosysteme verändern

Mittwoch, 18. Juli 2018, 10:21

Modellrechnungen sagen als Folge des Klimawandels eine Zunahme von Extremereignissen wie Hitzewellen voraus. Mit einem Langzeit-Experiment in der Kieler Benthokosmen-Versuchsanlage haben Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel klare Hinweise gefunden, dass bereits Ereignisse von wenigen Tagen oder Wochen Länge Küstenökosysteme langfristig verändern können Wenn vom Klimawandel die Rede ist, dann konzentriert sich die Diskussion meist auf die steigenden globalen Durchschnittstemperaturen. Doch die Veränderungen im Klimasystem haben noch andere Auswirkungen....

... mehr »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.