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Rubrik: Tauchmedizin

Wenn aus Plomben Bomben werden

Dienstag, 21. Juli 2015, 10:21

Vor dem Tauchurlaub sollten Taucher sich auf den Zahn fühlen lassen: Die Auswirkungen des Wasserdrucks auf die Zähne sollte man nicht unterschätzen

Taucher

Mit gesunden Zähnen steht einem unbeschwerten Tauchgang nichts im Weg, Foto: @ Jonas Heeb

Zahnfüllungen, die nicht ganz dicht sind oder kleine nicht Löcher in den Zähnen können während des Tauchgangs schmerzliche Folgen haben. Beim Auftauchen dehnt sich in Hohlräumen eingeschlossene Luft – wie überall im Körper – auch in den Zähnen aus. So können in Extremfällen Füllungen oder gar ganze Teile von Zähnen regelrecht abgesprengt werden.

Einer aktuellen Studie zufolge klagen selbst bei zahnärztlich begleiteten Tauchgängen Taucher regelmäßig über Zahnschmerzen und brechen den Tauchgang ab. Das Centre for Hyperbaric Medicine and Diving Expertise befragte 1.317 Berufstaucher der französischen Armee: Über fünf Prozent beklagten ein Zahn-Baro-Trauma, das sich vorwiegend durch Frakturen oder Verluste von Zahnfüllungen zeigte. Bei über 34 Prozent aller Tauchgänge führten diese Schmerzattacken zu einem vorzeitigen Abbruch des Tauchgangs.

Nahezu 90 Prozent dieser Taucher hatten ihren Zahnarzt regelmäßig einmal jährlich konsultiert und waren darüber informiert, wie wichtig ein die Zahngesundheit für Taucher respektive bei veränderten Druckverhältnissen ist. Etwa 80 Prozent hatte ihren Zahnarzt darüber unterrichtet, dass sie als Taucher häufig unter anderen Druckverhältnissen arbeiten.

Tauchuntersuchung plus Zahncheck
Neben der klassischen Tauchuntersuchung sollte daher ein kurzer Check beim Zahnarzt zu jeder Tauchreisevorbereitung zählen. Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Füllungscheck: Füllungen müssen intakt und dicht sein, um Lufteinschlüsse auszuschließen.
  • Röntgenaufnahme beider Kiefer: Die Aufnahme offenbart Schwachpunkte der Zähne. So können entzündete Wurzelspitzen, die nahe an den Kieferhöhlen liegen, zu einer Entzündung der Kieferhöhle und damit zum Ende des Tauchurlaubs führen. Auch „tote“ Zähne, die nicht wurzelbehandelt sind, können bei Druckschwankungen einem Barotrauma unterliegen und extreme Schmerzen verursachen.
  • Abnehmbarer Zahnersatz: Damit die Prothese beim Tauchen nicht auf einmal quer im Hals hängt, sollte der Sitz des herausnehmbaren Zahnersatzes regelmäßig überprüft und ggf. korrigiert werden – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

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