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Rubrik: Umwelt

Wenn Korallen „sauer" werden – Tropische Korallenriffe in Not

Freitag, 3. Oktober 2014, 09:48

Weiße Strände, Kokospalmen, türkisblaues Wasser und Sonne satt sind noch immer der Inbegriff eines Traumurlaubs. Untrennbar dazu gehören die Korallenriffe mit ihrer bunten Lebensvielfalt, die sie im TV-Zeitalter zu den bekanntesten Ökosystemen der tropischen Küsten gemacht hat

Riesen-Porenkoralle

Riesen-Porenkoralle, Foto: © Helmut Schuhmacher

Weltweit bedecken sie nur etwa 295 000 km² der Meeresgebiete. Korallenriffe säumen die Küsten von 109 Staaten und vereinen teils paradoxe Gegensätze: Sie beherbergen 25 bis 30% aller Artenvielfalt im Meer bei einem Anteil von nur 0,07% der gesamten Meeresoberfläche; sie erzeugen in nährstoffarmen Meeresgebieten eine hohe organische Produktion und liefern 9 bis 12% des Gesamtertrages der Meeresfischerei; sie bilden die größten Bauwerke auf der Erde, errichtet von „primitiven" winzigen Polypen. Ihre Bedeutung und ihr ökonomischer Wert lassen sich gleichermaßen unter fischereiwirtschaftlichen, touristischen und Küstenschutz-Aspekten begründen. Hinsichtlich ihrer Funktion als nachwachsender Küstenschutz bei steigendem Meeresspiegel gilt der Bauleistung der Riffkorallen besonderes Interesse.

Aber die Korallenriffe stehen unter Druck. Seit ca. 60 Jahren beeinflusst der Mensch in dramatisch zunehmender Weise das natürliche Wechselspiel von riffauf- und abbauenden Prozessen. Besonders tropische Korallenriffe sind daher global, regional und lokal vielfach bedroht: Global wirkt sich der Klimawandel aus durch den Treibhauseffekt und die unsichtbare Kohlendioxid-Anreicherung im Meerwasser. Regional bewirkt unnatürliche Erwärmung des Oberflächenwassers weiträumiges Coral-bleaching; Sedimenteinträge und Nährstoffanreicherung der küstennahen Flachwassergebiete sowie Abwassereinleitungen verursachen einen Wandel der sonnenlichtbedürftigen Korallengemeinschaften. Lokal entstehen u. a. durch Dynamitfischerei, Schiffshavarien und Ankerschäden mechanische Zerstörungen. Während der Küstenverbau, Landabschwemmungen und Abwassereinträge zumindest theoretisch durch Aufklärung der Bevölkerung und geeignetes Management kontrolliert werden könnten, ist gegen die globalen Einwirkungen „kein Kraut gewachsen".

Prof. em. Dr. Helmut Schuhmacher von der Universität Duisburg-Essen hat viele Jahre seines Lebens Korallenriffe erforscht. Er berichtet in seiner aktuellen Bestandsaufnahme über die Perspektiven dieser empfindlichen Ökosysteme tropischer Meere in den kommenden Jahrzehnten. Alle Interessierten sind am Donnerstag, 9 Oktober 2014, um 19:00 Uhr herzlich zu diesem Vortrag im Stralsunder Meeresmuseum „unterm Wal" willkommen. Der Eintritt beträgt drei Euro pro Person; für Mitglieder des Fördervereins Deutsches Meeresmuseum e. V. ist der Eintritt frei. Infos: www.ozeaneum.de.

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