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Sea Explorers

Rubrik: Biologie

Westaustralien: Hohe genetische Vielfalt bei Seeschlangen

Montag, 11. Dezember 2017, 17:58

Wissenschaftler haben die genetische Vielfalt von Seeschlangen an verschiedenen Orten untersucht. Ihr überraschendes Ergebnis: Einige scheinbar identische Seeschlangenpopulationen sind genetisch voneinander verschieden – eine Erkenntnis, die für den Erhalt der Arten von großer Bedeutung ist

Aipysurus tenuis

Aipysurus tenuis an der Küste Westaustraliens, Foto: © Rick Stuart‐ Smith, www.reeflifesurvey.com

Dr. Vimoksalehi Lukoschek vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies an der James Cook University sammelte genetische Proben von mehr als 550 Seeschlangen in Australien.

Die Wissenschaftler wussten bisher nicht, wie sich Seeschlangenpopulationen an der westaustralischen Küste von Populationen an Riffen in der Timorsee, dem Golf von Carpentaria und dem Great Barrier Riff genetisch unterscheiden.

„Diese genetische Besonderheit an der Küste Westaustraliens ist von entscheidender Bedeutung. In dieser Region ist eine genetische Vielfalt zu Hause, wie sie sonst nirgendwo in Australien zu finden ist. Wenn diese Seeschlangenpopulationen aussterben, dann gehen die Biodiversität und das Anpassungspotenzial für immer verloren", so Dr. Lukoschek.

Diese genetische Unterschiede der Seeschlangen bedeuten auch, dass, wenn eine Spezies von einem bestimmten Riff verschwindet, es unwahrscheinlich ist, dass sie durch die Ausbreitung von Jungtieren oder Erwachsenen aus benachbarten Riffen wieder aufgefüllt wird.

Das plötzliche Verschwinden von Seeschlangen am besonders geschützten Ashmore-Riff in der Timorsee ist bisher ungeklärt, ebenso der Rückgang von Seeschlangen an geschützten Riffen in Neukaledonien und am südlichen Great Barrier Riff.

„Wir beobachteten keine der offensichtlichen Bedrohungen, wie Veränderungen im Lebensraum oder in der Fischerei. Wir haben es wohl mit anderen möglichen Ursachen wie Krankheiten, invasiven Arten, Umweltverschmutzung oder seismischen Untersuchungen zu tun. Gezielte Forschungen zu Habitat- und Ernährungsbedürfnissen, Reproduktionsbiologie, Krankheitsanfälligkeit und den Auswirkungen von anthropogenen Prozessen sind jetzt von entscheidender Bedeutung“, so Dr. Lukoschek.

Im Moment sei es zum Schutz der Tiere unerlässlich, Stressfaktoren in den Lebensräumen der Seeschlangen, wie etwa die Auswirkungen der Schleppnetzfischerei und anderer menschlicher Aktivitäten, zu reduzieren, so Dr. Lukoschek, die die Ergebnisse ihrer Forschung kürzlich in der Fachzeitschrift Diversity and Distributions veröffentlicht hat.

Infos: www.coralcoe.org.au.

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